Apollonas – ein malerisches Hafenörtchen

Apóllonas ist ein malerischer, kleiner Hafenort an der Nordspitze von Naxos, der immer einen Ausflug wert ist.

Apollonas

Obwohl die zugehörige Bucht nur mäßig vor den Nordwinden geschützt ist, wird dieser Ort schon seit der archaischen Zeit (etwa 700-500 v. Chr.), vielleicht schon seit der mykenischen Epoche (etwa 1500-1000 v. Chr.) als Hafen genutzt. Während der byzantinischen Epoche spielte Apóllonas mit seinem byzantinischen Kastro auf dem Berg Kalógeros ebenso wie die Burg Apalírou mit der Bucht von Agiassós im Süden der Insel eine wichtige Rolle als Versorgungspunkt für die Schiffe auf dem bedeutenden Seeweg von Konstantinopel nach Kreta.

Apollonas
Blick auf den Kalogeros vom Hafen von Apollonas aus

Nahe bei Apóllonas liegt einer der ältesten Marmorsteinbrüche Griechenlands, aus dem der Marmor für viele Tempelbauten in der Umgebung stammt, aber auch bedeutende Statuen, die sich in Delos, auf der Akropolis und sogar in Delphi befinden. Heute kann man im Steinbruch von Apóllonas noch eine riesenhafte unfertige Statue, die Dionysos darstellen sollte, besichtigen. Von einer Inschrift am Steinbruch-Hügel, die bezeugt, dass der Bezirk dem Gott Apollon, dem Beschützer der Künste, geweiht war, erhielt das Dorf seinen Namen. Der Steinbruch war bis in das 5. Jahrhundert vor Christus in Betrieb. Danach verlor die Gegend zunächst an Bedeutung.

Apollonas
der Kouros

Apollonas
die Inschrift

Über viele Jahrhunderte wurden die küstennahen Landstriche der Insel fast aufgegeben und nur noch das Inselinnere und die fruchtbaren Hochtäler besiedelt, da Piraten (christliche, arabische und türkische) die Meere unsicher machten. Die Herrscher von Byzanz legten auf den häufig benutzten Seewegen Versorgungsplätze mit gut gesicherten Festungen an. Dafür bot sich Apóllonas besonders an als erster gut erreichbarer Punkt der Inselgruppe der Kykladen. Außerdem gibt es hier einen ganzjährig Wasser führenden Fluss und die ganze Umgebung ist sehr fruchtbar, so dass reichlich Nahrungsmittel zur Verfügung standen. Ein steiler, für eine Festung geeigneter Berg lag ebenfalls in direkter Umgebung der Bucht. Heute sind nur mehr wenige Überreste der Burg erhalten.

Apollonas
Das Kastro liegt auf der höchsten, südlichen Spitze des Kalogeros (im Bild links).

Nach dem Niedergang der Piraterie mit dem Ende der Mittelalters wurden die zu den größeren Bergdörfern gehörenden Hafenorte (Apóllonas zu Komiakí, Liónas zu Kóronos und Moutsoúna zu Apíranthos) wiederbesiedelt. In der Neuzeit diente Apóllonas, solange die traditionelle Landwirtschaft noch betrieben wurde, als Exporthafen für landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Syros (was damals der wichtigste Hafen Griechenlands war) und Athen. In der Umgebung von Apóllonas und Komiakí wurden vor allem Zwiebeln angebaut. Die heutigen Tavernen an der Hafenstraße waren damals Lagerhäuser für die Zwiebeln und anderes Gemüse, das exportiert werden sollte. Bis zum Bau der Straße in den Sechziger Jahren liefen auch die kleinen Fährschiffe nach Naxos die Häfen von Apóllonas, Liónas und Moutsoúna an.

Apollonas

Heute lebt das Hafenörtchen vom Tourismus, auch wenn entsprechend der reichlichen Wasservorkommen viele Anwohner immer noch einige Landwirtschaft betreiben. Und es ist tatsächlich sicher einen Ausflug wert; meiner Ansicht nach ist es der hübscheste Hafenort von Naxos. Es gibt eine ganze Reihe von einladenden Tavernen, einen kleinen Laden, wo man alles vorstellbare kaufen kann und ein Andenkenlädchen. Der Sandstrand der Bucht direkt vor den Tavernen lädt zum Baden ein (und Apóllonas ist auch einer der wenigen Orte der Insel mit einer biologischen Kläranlage!). Die Fischerboote im Hafen sind hübsch anzusehen; und auf einer Landzunge nördlich des Ortes kann man die Wellen und den Wind genießen.

Apollonas
Blick auf das Dorf vom Kouros aus

Apollonas
An der Hafenstraße liegen mehrere Tavernen; direkt davor kann man am Sandstrand baden.

Apollonas
der Strand

Apollonas
die Dorfkirche

Apollonas
die Westseite der Kirche mit den Glocken

Apollonas
In dieser netten Taverne mit Blick über die Bucht bekommt man hervorragendes Essen; Fleisch, Wein, Öl, Gemüse und teilweise der Käse stammen aus eigener Produktion.

Apollonas
Fischerboote an der Hafenmole

Apollonas
auf der Nordspitze

Apollonas
-ohne Worte-

Der beste Tag, um Apóllonas zu besuchen, ist der 28. August, wenn am Vortag des Feiertags des Namensheiligen der Dorfkirche (Ágios Jánnis) abends die Ikonen in einer Prozession durch den Ort getragen werden; danach wird ein sehenswertes Feuerwerk gezündet (jedenfalls war das in den letzten Jahren so).

Das Tal, das in Apollonas mündet, hat besonders steile Hänge. Das Untergrundgestein ist an den meisten Stellen ein harter Schiefer, der außer in der Nähe des Flusses oder in höheren Lagen nur eine niedrige Zwergstrauch-Vegetation trägt. Früher waren die niedrigeren Hänge überall bebaut, in der Nähe des Flusses mit Kartoffeln und Gemüse, weiter oben, wo nicht bewässert werden konnte, mit Zwiebeln, Wein, Getreide und Obstbäumen. Immer noch macht das Tal einen sehr grünen Eindruck. Von besonderer Bedeutung ist der ganzjährig wasserführende Fluss, zu dem man ein Stück oberhalb des Dorfes hinunterlaufen kann. Aus der sengenden Sonnenhitze kommt man hier plötzlich in eine grüne Oase mit herrlichen Platanen, Schachtelhalm und Libellen, die im Sommer den ganzen Tag über vom ohrenbetäubenden Schrillen der Zikaden widerhallt – ein phantastischer Fleck!

Apollonas
die Berge oberhalb von Apollonas auf dem Weg nach Komiaki

Apollonas
Blick auf das baumbestandene Flusstal

Apollonas
Ein schöner Pfad führt zum Fluss hinunter.

Apollonas
Der Flusslauf ist von Platanen und Erlen bestanden; hier wächst herrlich grüner Schachtelhalm.

Apollonas
eine Platane

Apollonas
Am Fluss steht eine alte Wassermühle.

Apollonas
kleine Kapelle vor Apollonas

siehe auch:

Zum Inhaltsverzeichnis

Schreibe einen Kommentar