Hydrozoen

Die Hydrozoen gehören wie die Seeanemonen und die Korallen zu den Nesseltieren. Ebenso wie diese besitzen sie einen einfachen, radiärsymmetrischen Körperbau und tragen oft Nesselzellen. Fast alle Hydrozoen weisen zwei sehr unterschiedliche Generationen auf, einen Polypen, der sessil, oft in kleinen Kolonien lebt, und eine im Plankton treibende Qualle. Bei vielen Arten wurden Polypengeneration und Quallengeneration ursprünglich als unterschiedliche Tiere beschrieben und tragen darum verschiedene Namen. Manchmal ist die eine der beiden Formen noch unbekannt.

Polypen-Generation

Die Hydrozoen-Polypen leben auf Felsen, an Tangen oder auf anderen Organismen. Sie sind oft im Küstenbereich zu finden und können sich trotz ihrer Zartheit auch an wellenexponierten Standorten halten. Manchmal bilden sie dichte Bestände; wegen ihrer Kleinheit sind sie allerdings schwer zu entdecken.


Hydrozoen im Algenbewuchs der Felsen

Die Polypen der meisten Hydrozoen bilden Kolonien, die aus einer am Substrat anliegenden Hauptachse bestehen, aus der sich kleine, bis wenige Zentimeter große bäumchen- oder federförmige Stöcke erheben. An den Ästchen dieser Stöcke sitzen die Polypen in kleinen, fast durchsichtigen Kapseln von charakteristischer Form und Anordnung, den Theken. Sie tragen je einen winzigen, zarten Tentakelkranz, mit dem sie Plankton einfangen. Die Polypen können ihre Tentakel bei Störung zurückziehen. Die genaue Bestimmung der Hydrozoen ist aufgrund ihrer geringen Größe schwierig; man benötigt ein Mikroskop oder eine starke Lupe.


Hydrozoen sind sehr klein und zart und darum schwer zu entdecken. Im Küstenbereich sind sie aber gar nicht so selten.

Aglaophenia pluma (?)
Mit ein bisschen Glück kann man auch den mikroskopisch kleinen, bizarr geformten Gespensterkrebs finden, der sich von Hydrozoen ernährt und sich ständig auf ihnen aufhält.

Aglaophenia kirchenpaueri?

Aglaophenia kirchenpaueri bildet besonders lange, regelmäßige, federförmige Kolonien aus. Die aus den Einzelpolypen aufgebauten Seitenästchen sitzen an einem recht kräftigen, graden Stamm.


Diese Hydrozoen-Art ist bei uns häufig anzutreffen. Vermutlich handelt es sich um Aglaophenia kirchenpaueri.

Aglaophenia septifera (?)
Die Artbestimmung erfolgt nach der Form der hier so eben zu erkennenden Theken, das heißt der „Gehäuse“ der Einzelpolypen.


Trotz ihrer Zartheit wachsen die Hydrozoen, so wie die hier abgebildete Kolonie, oft an wellenexponierten Stellen.

Aglaophenia pluma?

Aglaophenia pluma (?)
Nach der Form der Theken und dem zarteren Bau handelt es sich bei dieser Art vermutlich um Aglaophenia pluma.


Auch hier sind die einzelnen Theken zu erkennen.

Quallen-Generation

Quallen kommen bei uns in Azalas nur selten vor. Nur gelegentlich sieht man im Frühjahr im offenen Wasser kleine durchsichtige Quallen treiben; diese werden aber nur sehr selten bei uns in die Bucht getrieben. Diese kleinen Quallen nesseln nicht; es gibt jedoch in anderen Meeren teilweise größere Arten, die gefährliche Verbrennungen hervorrufen können. Außer den Hydromedusen, die die Quallen-Generation der Hydrozoen darstellen, gibt es noch weitere Quallengruppen: die Staats- oder Röhrenquallen, die Würfel- oder Feuerquallen und die Schirmquallen. Alle gehören zu den Nesseltieren. Auch diese Gruppen besitzen teilweise eine Polypen-Generation, die manchmal an den Quallen lebt. Sie leben größtenteils im Hochsee-Plankton; einige winzige Formen sind Sandlückenbewohner.

unbestimmte Qualle
Diese etwa 4 Zentimeter große, nicht nesselnde Qualle wird im Frühjahr gelegentlich an den größeren Sandstränden von Naxos angetrieben.

siehe auch:

Zum Weiterlesen: Wikipedia

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