Muscheln

Die Muscheln oder Bivalvia gehören gemeinsam mit den Schnecken, den Kopffüßern (Tintenfische) und einigen kleineren Gruppen wie den Käferschnecken und den Kahnfüßern zum Stamm der Weichtiere. Es gibt weltweit etwa 8.000 Arten, die vorwiegend im Meer, aber auch im Süßwasser leben.

Auf Naxos gibt es vergleichsweise wenig Muscheln. Nur an Stränden aus Sand oder feinem Kies kann man Muschelschalen finden, aber auch dort in deutlich geringerer Menge als beispielsweise an der Nordsee. Trotzdem kommen eine ganze Reihe an Arten vor. Lebende Muscheln sind schwer zu entdecken: Sie leben im Sand vergraben, im Kalkgestein bohrend oder verborgen zwischen den Kalkalgen im Felslitoral.


Die meisten Muscheln sind schwer zu entdecken, sowohl wegen ihrer geringen Größe als auch weil sie meist weitgehend von Algen überwachsen sind.

Muschel im Felslitoral
Muschel im Kalkalgentrottoir

Im Unterschied zu den Schnecken besitzen die Muscheln zwei Schalen, die sie öffnen und schließen können. Die Schalen werden durch das Schloss, das mit charakteristischen Zähnen ausgestattet ist, zusammengehalten. Die Schale ist kalkhaltig und (beim lebenden Tier) außen von einem Häutchen überzogen, dem Periostracum, das sich als Ligament auch über das Schloss zieht. Innen besitzt sie oft eine glänzende Perlmutterschicht.


Hier sieht man das Schloss der Schale mit seinen charakteristischen Zähnen und Leisten.


An dieser Herzmuschel sieht man die stark vorstehenden Hauptzähne und die seitlichen leistenartigen Seitenzähne.


Die Zähne greifen perfekt ineinander.

Der Kopf der Muscheln ist nur rudimentär ausgebildet. Der Körper besteht aus dem Fuß, der sich bei im Sand lebenden Arten röhrenartig (Sipho) bis zur Sandoberfläche hervorstrecken kann, sowie aus zwei an den Schalen anliegenden Mantellappen mit einer Körperhöhlung dazwischen, in der die Kiemen und die einfachen Verdauungsorgane liegen. Viele Muscheln sind unsymmetrisch gestaltet; in diesem Fall wird die Seite der Schale, an der der Sipho liegt, als Hinterseite bezeichnet. Sie ist bei vielen Muscheln etwas länger und spitzer als die Vorderseite (manchmal ist es allerdings auch umgekehrt!). Bei manchen Arten sind auch die beiden Schalen unterschiedlich.

Die Muschel kann ihre Schalen mit speziellen Schließmuskeln so fest zusammenziehen, dass es sehr schwierig ist, sie beim lebenden Tier zu öffnen. In der Innenseite der Muschel kann man oft die Abdrücke der Schließmuskeln erkennen, die manchmal durch eine charakteristisch geformte Linie verbunden sind. An der Hinterseite, dort wo der in die Schale zurückziehbare Siphon liegt, ist diese Mantellinie oft etwas eingebuchtet. So kann man auch erkennen, welche Schale man vor sich hat: Wenn man in die linke Schale hineinschaut, liegt der Hinterrand mit dem Sipho und der Einbuchtung der Mantellinie links.


Die beiden rundlichen braunen Flecken rechts und links in der Schale sind die Ansatzstellen der Schließmuskeln. Die Form der Muskeleindrücke und die sie verbindende Mantellinie sind oft wichtige Bestimmungsmerkmale. Hier sieht man im linken Teil der Schale eine kleine Einbuchtung der Mantellinie; also liegt dort die Hinterseite der Muschel und es handelt sich um eine linke Schale.


Die meisten Muscheln sind wenigstens leicht asymmetrisch. Dabei liegt der Wirbel meist zum Vorderende, manchmal aber auch zum Hinterende verschoben. Hier lauter linke Schalen; die Vorderenden liegen also nach links.

Die meisten Muscheln bewegen sich kaum fort und befestigen sich oft mit dünnen, aber sehr haltbaren Fäden („Byssusfäden“) am Untergrund. Es gibt allerdings auch einige Arten, die schwimmen oder sich aktiv im Sand eingraben können. Andere können sogar richtig wegspringen, wenn sich ein Feind nähert.

Muscheln ernähren sich meist von Plankton, das sie durch Filtrieren des Wassers erbeuten. Zum Filtrieren benutzen sie ihre speziell ausgebildeten Kiemen. Sie filtern täglich große Wassermengen und spielen entsprechend eine wichtige Rolle im Ökosystem, insbesondere in planktonreichen Meeren, in denen sie in wesentlich größerer Anzahl vorkommen als im nährstoff- und planktonarmen Mittelmeer. Eine Reihe von Muschelarten ernährt sich nicht filtrierend, sondern sammelt mit dem Sipho kleine Detritus-Partikel von der Bodenoberfläche auf.

Das Bestimmen der Muschelarten ist oft schwierig. Das liegt erstens daran, dass viele Merkmale sehr schwer zu beschreiben sind; man kann sie eigentlich nur dann gut zuordnen, wenn man jeweils die Alternativen kennt. Abbildungen können auch nur in Maßen helfen, unter anderem deswegen, weil viele Arten ziemlich variabel sind. Ein noch größeres Problem ist, dass in den gängigen Bestimmungsbüchern längst nicht alle Arten enthalten sind – es sind einfach zu viele. So muss in vielen Fällen eine gewisse Unsicherheit bleiben. Korrekturen sind willkommen!

Wie bei so machen Meerestieren herrscht bei den Muscheln eine große Verwirrung mit den Namen: Für fast alle Arten gibt es eine große Anzahl von heute nicht mehr gültigen Synonymen, die in älteren Büchern aber durchaus noch benutzt werden. Ich verwenden hier die Namen entsprechend dem World Register of Marine Species, wo man auch die entsprechenden Synonyme finden kann.

Die angegebene Größe ist das größte Maß des größten abgebildeten Exemplars (je nach Form Höhe oder Länge).

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Bärtige Miesmuschel, Modiolus barbatus

sehr häufig

Die Bärtige Miesmuschel besitzt die charakteristische Form und Farbe einer Miesmuschel. Die Schale trägt ein borstiges Periostracum, das auch beim toten Tier meist noch erhalten bleibt. Die Bärtige Miesmuschel lebt auf Hartböden, auf denen sie sich mit Byssus-Fäden festheftet. Größe bis 6,5 cm


Die Bärtige Miesmuschel ist eine der zwei borstigen Muschelarten bei uns. Größe: 40 mm

Brachidontes pharaonis

selten

Diese kleine Miesmuschel-Art ist über den Suez-Kanal aus dem Roten Meer ins Mittelmeer eingewandert. Sie hat inzwischen das westliche Mittelmeer erreicht und kommt stellenweise sogar in hoher Dichte vor; sie ist eine der invasiven Arten, die die einheimischen Arten zu verdrängen vermögen.


Brachidontes pharaonis ist daran zu erkennen, dass die Schale eine feine radiäre, fächerförmig verzweigte Rippung trägt. Größe: 22 mm

Meerdattel, Lithophaga lithophaga

mäßig häufig, aber unauffällig

Die Meerdattel ist ein enger Verwandter der Miesmuscheln. Sie ist stark in die Länge gestreckt, wobei das die beiden Hälften verbindende Schloss ganz am einen Ende liegt. Diese Muschel lebt in Kalkgestein: So wie sie wächst, ätzt sie in das Gestein durch Säuren, die sie abgibt, ein tiefes, glattes Loch, in dem sie gänzlich drin sitzt und das genau ihre Körperform erhält. Von außen ist nur das braune Ende der Muschel zu sehen.

Die Meerdattel wächst sehr langsam; um fünf Zentimeter Größe zu erreichen, braucht sie bis zu 20 Jahre. Sie ernährt sich durch Filtrieren des Wassers. Sie ist eßbar, wird aber auf Naxos meines Wissens nicht gesammelt. Größe bis 10 cm

Meerdattel
eine abgestorbene Meerdattel und ihr Loch; Größe: 40 mm

Meerdattel
lebende Meerdatteln im Stein

Archenmuschel, Arca noae

sehr häufig

Die Archenmuschel besitzt eine längliche, kahnförmige Schale. Die Wirbel der beiden Schalen liegen bei der geschlossenen Muschel nicht eng aneinander, sondern sind deutlich voneinander entfernt. Das Schloss besteht wie bei allen Archenmuscheln aus zahlreichen kleinen Zähnen, die gerade angeordnet entlang der oberen Kante der Schale liegen (taxodontes Schloss). Die Schale ist strahlenförmig gerippt und besitzt eine Zeichnung mit rötlichbraunen Zackenbändern. Die Archenmuschel lebt festgeheftet auf Hartböden. Größe bis 12 cm


Die Archenmuschel ist leicht an der charakteristischen Schalenform zu erkennen. Größe: 70 mm

Bärtige Archenmuschel, Barbatia barbata

sehr häufig

Auch diese Art ist länglich, aber abgerundeter als die vorige; die Schale ist braun, und das Periostracum trägt auf der unteren Hälfte deutliche, lange Borsten ähnlich der Bärtigen Miesmuschel, von der sie an der Form und der gitterartigen Skulptur der Schale zu unterscheiden ist.


Die Bärtige Archenmuschel besitzt ein borstiges Periostracum. Größe: 50 mm

Striarca lactea ?

stellenweise nicht selten

Die kleine Art Striarca lactea gehört zu den Archenmuscheln, wie am langen Schloss mit vielen kleinen Zähnchen zu erkennen ist. Unsere Exemplare sind weiß, nicht wie sonst bräunlich, und nur schwach gerippt, was möglicherweise daran liegt, dass die Oberfläche abgerieben ist; die Bestimmung nicht ganz sicher.


Die kleine Archenmuschel Striarca lactea besitzt ein weiße, fein gerippte, ovale Schale mit einem Schloss aus zahlreichen kleinen Zähnchen am oberen Rand. Größe: 14 mm

Meermandel, Gemeine Samtmuschel, Glycymeris glycymeris

selten

Die Angehörigen der Gattung Glycymeris sind an der dicken, runden Schale mit fein gekerbtem Innenrand zu erkennen ist. Das Schloss besitzt keine Hauptzähne, aber eine ganze Reihe von Nebenzähnen am oberen Schalenrand. Die Meermandel wird bis zu 8 cm groß. Beim lebendigen Tier trägt die Schale ein samtartig behaartes Periostracum. Samtmuscheln leben auf Sandböden in meist 25 bis 50 m Tiefe und können bis über 100 Jahre alt werden. Sie sind essbar und werden für den Verzehr gesammelt. Die Meermandel kommt im Atlantik, im Mittelmeer und in der Nordsee vor.


Die Meermandel ist am Zickzackmuster auf der fast runden, dicken Schale zu erkennen. Größe: 50 mm

Zweifleck-Samtmuschel, Glycymeris bimaculata

recht häufig

Die Zweifleck-Samtmuschel ist der vorigen Art ähnlich, besitzt jedoch keine Zickzackstreifen auf der Schale. Diese trägt eine feine radiale Streifung und konzentrische Ringe, die ein feines Gittermuster bilden. Sie wird etwas größer als die Meermandel.


Die Zweifleck-Samtmuschel besitzt eine sehr ähnliche Schale wie die vorige Art. Größe: 47 mm

Glycymeris spec.

recht häufig

Diese unbestimmte Samtmuschel-Art ist deutlich kleiner als die vorigen.


Diese Art ist deutlich kleiner als die anderen Samtmuscheln, denen sie ansonsten ähnelt. Größe: 25 mm

Perlmuschel, Pinctada imbricata radiata (=P. radiata)

recht häufig

Diese hübsche Muschel gehört zu den Flügelmuscheln. Sie ist sehr flach und fast rechteckig ausgebildet mit sehr gerade abgeschnittenem Schlossrand. Die Oberseite ist unregelmäßig radial skulpturiert und grünlich oder grau gefärbt; die Innenseite weist (bis auf den Rand aus überstehenden Lamellen) einen starken Perlmutterglanz auf.

Die Perlmuschel ist nach der Öffnung des Suez-Kanals aus dem Roten Meer ins Mittelmeer eingewandert. Sie lebt festgeheftet auf Hartböden. Größe bis 7 cm


Die Perlmuschel ist an ihrer charakteristischen Form zu erkennen. Die Innenseite der Schale weist einen starken Perlmutterglanz auf. Größe: 30 mm

Edle Steckmuschel, Pinna nobilis

selten, nur im tiefen Wasser; am Strand kann man gelegentlich Bruchstücke kleiner Exemplare finden

Die Edle Steckmuschel ist mit bis zu 80 cm Länge die größte Muschel Europas. Sie lebt in Sandböden, oft neben oder in Seegraswiesen. Die Schale steckt mit ihrem dünnen Ende im Sand und ist mit starken Byssusfäden am Substrat verankert.

Im Mittelalter wurden die sehr feinen, aber extrem haltbaren, goldschimmernden Byssusfäden zu teuren Kleidungsstücken wie Handschuhen verstrickt. Die Steckmuschel ist essbar und wurde früher häufig gesammelt, ist heute aber in ganz Europa geschützt. Sie wird viele Jahre alt, weswegen abgesammelte Bestände lange Zeit brauchen, um sich wieder zu erholen. Auf Naxos kann man Bestände der Steckmuschel auf Tauchgängen in etwas tieferem Wasser entdecken. Die Muschel des Fotos stammt allerdings aus Nordgriechenland.

Edle Steckmuschel
Die Edle Steckmuschel ist die größte Muschelart Europas. Größe: 500 mm


Junge Exemplare tragen Stacheln auf der durchscheinenden und sehr zerbrechlichen Schale. Man findet sie gelegentlich an den Sandstränden von Naxos, meist allerdings zerbrochen. Größe: 70 mm

Schuppige Feilenmuschel, Lima lima

recht häufig

Die Schuppige Feilenmuschel besitzt eine längliche Form und fächerförmige Rippen. Sie heftet sich an Felsen, Schwämmen oder Seescheiden fest und umgibt sich mit einem dichten Byssus-Gespinst. Aus der meist leicht geöffneten Schale ragt ein Kranz von orangeroten Tentakeln. Die Feilenmuschel kann durch Auf- und Zuklappen der Schalen davonschwimmen. Größe bis 4 cm


Die weiße Feilenmuschel ist mit den Kammmuscheln verwandt; sie ist jedoch unsymmetrisch und in die Länge gestreckt. An der größeren Schale sieht man die namengebenden „Schuppen“, kleine Auswüchse auf den Rippen. Größe: 52 mm

Limaria tuberculata

eher selten

Diese Art ist der Feilenmuschel sehr ähnlich, besitzt aber mehr und schmalere Rippen sowie ein anders gestaltetes Schloss: Die Ecke der Schale, in der das Schloss sitzt, ist nicht rechtwinklig gestaltet, sondern abgestutzt.


Limaria tuberculata unterscheidet sich von der Schuppigen Feilenmuschel an der kleineren Größe und der abgestutzten vorderen Spitze, an der das Schloss des Gehäuses sitzt. Größe: 30 mm

Katzenpfotenmuschel, Manupecten pesfelis (=Chlamys p.)

eher selten

Die Kammmuscheln besitzen eine unverkennbare, fächerartige Form. Die einzelnen Arten sind allerdings nicht leicht auseinander zu halten. Sie graben sich flach im Sand ein, so dass die obere Schale knapp unter der Bodenoberfläche liegt. Die Muscheln besitzen zahlreiche einfache Augen am Rand, mit denen sie Feinde wahrnehmen können, und strecken außerdem einen berührungsempfindlichen Tentakelkranz aus der Schale hervor; bei Gefahr können sie wegschwimmen.


Manupecten pesfelis, ist eine Kammmuschel-Art mit ungleichen „Ohren“ und wenigen dicken Rippen auf der Schale, die eine feine Längrillung aufweisen. Größe: 60 mm

Mimachlamys varia (=Chlamys v.)

sehr selten

Einige Arten der Kammmuscheln erreichen nur eine sehr geringe Größe, so Mimachlamys varia, deren Schale zahlreiche, feine Rippen aufweist. Größe bis 2,5 cm


Mimachlamys varia (linkes Exemplar, beim rechten ist die Bestimmung unsicher) ist sehr klein und besitzt um die 50 dünne Rippen. Größe: 16 mm

Stachelauster, Lazarusklapper, Spondylus gaederopus

eher selten

Die Stachelauster ist leicht an den langen Stacheln auf ihrer Schale erkennbar. Sie besitzt (wie alle Austern) eine flache und eine gewölbte Schale; die gewölbte wird mit Byssusfäden auf Felsen festgeheftet. Lebend ist die Stachelauster sehr schwer zu entdecken, weil sie meist dicht von Algen und anderem bewachsen ist. Größe bis 12 cm


Die gewölbte Schale der Stachelauster ist am Felsen festgeheftet. Hier sieht man auch das stark skulpturierte Schloss.


Die Stachelauster ist leicht an den langen, in Reihen stehenden Stacheln auf ihrer Schale zu erkennen. Größe: 75 mm


Gelegentlich findet man Schalen der Stachelauster am Strand, bei denen die Stacheln gänzlich abgerieben sind. Die rosarote Färbung verrät, dass es sich um Stachelaustern handelt. Größe: 41 mm

Ostrea stentita

sehr selten

Wie die meisten Austern ist auch Ostrea stentita unregelmäßig geformt. Es handelt sich um eine kleine Muschel, die bei uns hier und da in flachem Wasser anzutreffen ist. Zu erkennen ist diese Art an dem gezackten Schalenrand.


Mit leicht geöffneter Schale sieht diese Muschel so aus wie ein Maul mit Zähnen. Größe: 27 mm

Neopycnodonte cochlear

sehr selten

Die mit den Austern verwandte Art Neopycnodonte cochlear gehört zur Familie der Gryphaeidae, die viele nur fossil bekannte Arten umfasst. Die Vertreter der Gryphaeidae leben meist in tieferem Wasser und es ist nicht allzu viel über sie bekannt. Neopycnodonte cochlear kommt außer im Mittelmeer auch im indopazifischen Raum vor. Sie bildet Kolonie-artige Gebilde, bei denen viele Muscheln auf- oder nebeneinander wachsen. Auf Naxos kann man gelegentlich eine Schale oder ein Bruchstück einer „Kolonie“ finden.


„Kolonie von“ Neopycnodonte cochlear. Länge der größten Schale: 51 mm


Hier sieht man das Schloss einer mit der Spitze am Substrat festgehefteten Schale.


Die beiden Schalen sind recht unterschiedlich gestaltet: Während die linke, „untere“ Schale (links) deutlich gewölbt ist, ist die rechte, „obere“ Schale flach bis leicht konvex. Die rechte Schale liegt in der linken, die am Rand etwas übersteht. In den Schalen sieht man die runden Muskelansätze. Größe: 39 mm

Sattelmuschel, Anomia ephippum

mäßig häufig

Diese zu den Zwiebelmuscheln gehörende Art besitzt eine dünne, meist flache, unregelmäßig geformte Schale, die auf Felsen oder anderen Muscheln und Schnecken wächst und sich in der Form der Substrat anpasst. Größe bis 7 cm


Die Sattelmuschel besitzt eine unregelmäßige Form, die sich dem Untergrund anpasst. Manchmal sind die Schalen fast durchsichtig. Größe: 60 mm


Hier Exemplare mit einer nicht durchsichtigen Schale; die Innenseite ist perlmutterig. Größe: 35 mm

Loripes lacteus

eher selten

Diese Muschel besitzt eine fast kreisrunde, weiße Schale mit schwachen konzentrischen Zuwachssterifen. Größe bis 2 cm


Loripes lacteus ist fast rund mit feiner konzentrischer Streifung. Größe: 25 mm

Ctena decussata

stellenweise mäßig häufig

Eine weitere kleine, weiße, runde Muschel ist Ctena decussata; sie unterscheidet sich von der nahe verwandten Art Loripes lacteus darin, dass sie zusätzlich zu den konzentrischen Streifen eine feine Radiärstreifung aufweist.


Ctena decussata ähnelt Loripes lacteus, ist aber kleiner und besitzt feine Radiärstreifen auf der Schale, die zusammen mit den Zuwachsstreifen ein Gittermuster ergeben. Innen sind die Schalen manchmal leicht gelblich. Größe: 18 mm

Cardita calyculata

häufig

Diese kleine Art besitzt eine annähernd rechteckige Schale, wobei das Schloss in der einen Ecke sitzt. Die braun gefleckte Schale besitzt auffällige, dicke, gerundete, oft schuppige Radialrippen. Größe bis 2 cm


Diese kleine Muschel besitzt eine unverkennbare Form. Größe: 25 mm

Cardites antiquatus (=Venericardia antiquata)

eher selten

Diese Muschel sieht den Herzmuscheln (s.u.) recht ähnlich, besitzt aber weniger, deutlich knotige Rippen und ein schiefer sitzendes Schloss. Größe bis 3,5 cm


Cardites antiquatus, eine den Herzmuscheln ähnliche Trapezmuschel-Art, besitzt eine schiefe Schale mit knotigen Rippen, deren Schloss zur einen Seite gerutscht ist. Größe: 30 mm

Knotige Herzmuschel, Acanthocardia tuberculata

sehr häufig

Die Herzmuscheln sind leicht zu erkennen an ihrer runden, stark gewölbten Form mit den zahlreichen, deutlichen Rippen. Von der Seite ähnelt die doppelschalige Muschel einem Herz. Die Knotige Herzmuschel gehört zu den häufigsten Muscheln auf Naxos.


Die Knotige Herzmuschel sieht der an Ost- und Nordsee sowie im Atlantik vorkommenden Essbaren Herzmuschel sehr ähnlich. Größe: 45 mm


Von der Seite sieht man die namengebende Herzform.

Flachgerippte Herzmuschel, Laevicardium crassum

selten

Diese Art besitzt zwar eine ähnliche Form, aber die Rippung fehlt größtenteils und ist nur gegen den Rand angedeutet; der Rest der Schale ist flach und glänzend.


Diese Herzmuschel weist nur gegen den Rand eine schwache Rippung auf. Die Schale ist fein gefleckt und stark glänzend. Größe: 24 mm

Lappenmuschel, Schuppige Hufmuschel, Pseudochama gryphina

recht häufig

Diese Muschel bildet eine sehr dicke, fast runde, außen unregelmäßig schuppige Schale aus. Sie ist mit der linken Schale am Untergrund festgewachsen; diese Schale ist deutlich stärker gewölbt und von außen oft etwas dreieckig zugespitzt. An der Innenseite zeigen die Schalen zwei ungefähr symmetrische Muskelansatz-Stellen. Pseudochama gryphina kommt im Mittelmeer und Atlantik vor und wird bis etwa 3 cm groß.


Die Lappenmuschel bildet sehr dicke, fast runde, blättrige Schalen, die am Untergrund festwachsen. An der Innenseite der Schale erkennt man die Muskelansätze; außerdem ist oft eine feine Strichelung am Rand zu sehen. Das Schloss besitzt eine charakteristische Form mit einem breiten Zahn. Größe: 38 mm

Bunte Trogmuschel, Mactra stultorum

nicht selten

Die Bunte Trogmuschel besitzt eine gerundet-dreieckige, glänzende Schale mit feinen konzentrischen Ringen und farbigen Radialstreifen. Größe bis 6 cm


Die Bunte Trogmuschel ist an der Form und den Radialstreifen zu erkennen. Größe: 30 mm

Feste Trogmuschel, Spisula solida

eher selten

Die Feste Trogmuschel bildet eine kräftige, leicht dreieckige Schale mit deutlichen konzentrischen Ringen aus; die Hinterseite ist etwas spitzer. Sie ist bläulich oder schmutzigweiß und trägt oft ringförmige dunkle Reste des Periostracums. Diese Art lebt auf Sandböden. Bei Bedrohung kann sie durch eine schnelle Bewegung ihres Fußes wegspringen. Größe bis 3 cm


Die Feste Trogmuschel ist schwach dreieckig geformt mit deutlichen konzentrischen Ringen auf der Schale. Größe: 30 mm

Mittelmeer-Plattmuschel, Peronaea planata (=Tellina p.)

eher selten

Die Mittelmeer-Plattmuschel besitzt eine flache, ovale, weiße Schale mit feinen konzentrischen Ringen. Größe bis 6 cm


Die Mittelmeer-Plattmuschel ist (wie ihr Name sagt) sehr flach. Größe: 50 mm

Flache Sandmuschel, Gari depressa

eher selten

Die Flache Sandmuschel hat eine langgestreckt ovale Form mit leicht gestutzten Enden; die Schale weist eine feine konzentrische und radiale Streifung auf. Sie ist lila bis schmutzig grau gefärbt.


Die Flache Sandmuschel ist zart lila gefärbt mit feinen konzentrischen Ringen. Größe: 32 mm

Sägezahn, Donax trunculus

recht selten

Der Sägezahn ist an seiner schief dreieckigen Form und den feinen konzentrischen und radialen Linien erkennbar. Der Schaleninnenrand ist im mittleren Teil gezähnelt. Größe bis 3 cm


Der Sägezahn ist an seiner schief dreieckigen Form zu erkennen. Größe: 30 mm

Kleine Pfeffermuschel, Abra alba

sehr selten

Die Kleine Pfeffermuschel ist eine dünnschalige, kleine Muschel, die im feinen Sand lebt und mit ihrem langen Sipho Detritus einsammelt. Sie erreicht eine Größe von 2,5 cm.


Die Kleine Pfeffermuschel ist an ihrer ovalen Form, den konzentrischen Zuwachsringen und der leicht durchschimmernden, weißen Färbung zu erkennen. Man sieht das charakteristisch geformte, braune Schloss. Größe: 25 mm

Strahlige Venusmuschel, Gemeine Venusmuschel, Chamelea gallina

recht häufig

Diese Muschel mit feinen, sich unregelmäßig verzweigenden konzentrischen Rippen ist stark gewölbt; der Wirbel ist zum Vorderende hin gebogen. Sie trägt häufig dunklere Radialstreifen und braune Zickzackbänder. Die Venusmuschel lebt zusammen beispielsweise mit Herzigeln und Schlangensternen im groben Sand eingegraben, vor allem in etwas größerer Tiefe. Größe bis 3,5 cm


Die Venusmuschel ist an ihrer charakteristischen Form mit nach vorn gewendetem Wirbel zu erkennen. Größe: 18 mm

Warzige Venusmuschel, Venus verrucosa

mäßig häufig

Die Schale dieser Venusmuschel-Art trägt deutliche, warzige Lamellen. Sie ist hell gefärbt und lebt in flachen Sandböden. Größe bis 7 cm


Die Warzige Venusmuschel ist runder geformt; sie ist an den deutlichen warzigen Lamellen zu erkennen. Man beachte die auffälligen Zähne am Schloss. Größe: 36 mm

Braune Venusmuschel, Callista chione

eher selten

Diese sehr hübsche Muschel besitzt eine stark glänzende, rötliche Schale mit schwachen konzentrischen Zuwachsringen und radial verlaufenden Streifen, auf denen teilweise rechteckige dunklere Flecken sitzen. Größe bis 10 cm


Die sehr schöne Braune Venusmuschel hat eine rötliche, glänzende Oberseite mit unregelmäßig verteilten, dunkleren Flecken. Größe: 27 mm

Große Teppichmuschel, Venerupis decussata (=Tapes decussatus)

eher selten

Die hell gefärbte Teppichmuschel besitzt wie die Venusmuscheln einen nach vorn gebogenen Wirbel; ihre hintere Hälfte ist deutlich breiter als die schmale, runde Vorderseite. Die Oberfläche ist durch feine Radial- und Spirallinien gegittert.


Die Schale der Teppichmuschel ist fein gegittert. Größe: 35 mm

Glanzmuschel, Polititapes aureus (=Venerupis aureus)

sehr selten

Diese Muschel ist ein wenig länglicher als die Große Teppichmuschel. Sie besitzt feine Radialstreifen und eine unregelmäßige, variable Musterung. Innen ist die Schale glänzend goldgelb.


Die hübsche Glanzmuschel sieht der Großen Teppichmuschel ähnlich, ist aber etwas länglicher. Sie ist an der glänzenden goldgelben Innenseite zu erkennen. Größe: 28 mm

Globivenus effossa

sehr selten

Diese Art besitzt eine runde, sehr stark gewölbte Schale mit starken konzentrischen Streifen und einem charakteristischen Schloss.


Die Schale von Globivenus effossa ist besonders stark gewölbt mit starken konzentrischen Streifen. Größe: 36 mm

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siehe auch:

Zur Bestimmung der Arten kann das Marine Species Identification Portal sehr nützlich sein; es ist schön gemacht, enthält aber nicht alle Mittelmeer-Arten.

Zum Weiterlesen:

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