Schnecken

Die Schnecken oder Gastropoda gehören gemeinsam mit den Muscheln, den Kopffüßern (Tintenfische) und einigen kleineren Gruppen wie den Käferschnecken und den Kahnfüßern zum Stamm der Weichtiere; mit etwa 100.000 Arten sind sie dessen größte Klasse. Man trifft Schnecken in allen Lebensräumen auf der Erde an. Die meisten Arten leben im oder am Meer. Aber auch im Süßwasser kommen zahlreiche Arten vor, und als einzige der Weichtiere haben die Schnecken auch das Land erobert.

An den Stränden des Mittelmeeres findet man im Vergleich etwa mit der Nordsee nur wenige Schnecken und Muscheln. Ein Grund dafür ist sicher in der Nährstoffarmut des Mittelmeeres zu suchen. Viele der auf Naxos vorkommenden Schneckenarten sind außerdem sehr klein und somit schwer zu entdecken. Man findet sie vor allem an Stränden mit Sand oder feinem Kies, wenn man sich die Mühe macht, nach den oft nur wenige Millimeter großen Gehäusen zu suchen. An der Felsküste sind einige Arten auch lebend anzutreffen, es ist allerdings bei uns bei vielen Arten fast unmöglich, ein Schneckenhaus zum Sammeln und Bestimmen zu finden: Alle leeren Gehäuse sind von Einsiedlerkrebsen bewohnt! Die Einsiedlerkrebse versammeln sich bei Windstille häufig auf den Felsen, die gerade aus dem Wasser herausragen. Dort kann man dann oft eine ganze Anzahl von verschiedenen Schneckengehäusen entdecken, darunter auch von Arten, die eigentlich in tieferem Wasser oder zwischen den Algen versteckt leben oder nachtaktiv sind und deswegen kaum je lebendig zu sehen sind.

Einsiedlerkrebse an der Felsküste

Einsiedlerkrebse an der Felsküste
Von Einsiedlerkrebsen besiedelte Schneckenhäuser findet man oft in kleinen Versammlungen an der Wasserlinie; so kann man einen guten Überblick über die Schneckenarten der Gegend bekommen.

Die häufigsten Schneckenarten, die bei uns an der Küste leben, sind (außer den Napfschnecken) der Würfelturban, die Zwergstrandschnecke und die Täubchenschnecke. Seltener findet man beispielsweise die Purpurschnecke, die Nadelschnecke, das Klipphorn und die Kegelschnecke. Ferner gibt es eine ganze Reihe kleinerer, oft schwerer bestimmbarer Arten wie Kreiselschnecken, Turmschnecken, Netzreusenschnecken usw. Die größten Arten bei uns sind das beeindruckende Tritonshorn und die ebenfalls sehr große Tonnenschnecke.

Das Schneckengehäuse

Schnecken besitzen eine harte, verkalkte äußere Schale, die üblicherweise spiralig aufgedreht ist. Die meisten Schnecken besitzen rechtsgewundene Gehäuse, das heißt, wenn die Spitze nach oben zeigt und die Öffnung nach vorn, dann liegt die Mündung auf der rechten Seite; wenn man von oben auf das Gehäuse schaut, verläuft die Windung von innen nach außen im Uhrzeigersinn.

Die Schneckenhäuser sind äußerst vielfältig in Form und Farbe. Die „Nacktschnecken“ besitzen gar keine Schale. Unter den Arten mit Gehäuse gibt es einige, die wie ein umgedrehter Teller oder ein Hütchen flach auf dem Untergrund sitzen und deren Schale eher wie eine Muschel aussieht, so die Napf- und die Lochschnecken.

Schnecken von Naxos
Es gibt Schneckenarten, deren Schale nicht spiralig aufgedreht ist, so die Napf- und Lochschnecken. Diese Schnecken sehen auf den ersten Blick einer Muschel ähnlich; Muscheln besitzen jedoch immer zwei Schalen. Eine angedeutete spiralige Drehung findet man beim Meerohr (unten links).

Unter den Arten mit spiraligem Gehäuse gibt es einige, die flach scheibenförmig aufgedreht sind; die meisten Arten sind jedoch kegel- oder turmförmig. Das obere Ende des Gehäuses ist also gewöhnlich mehr oder weniger zugespitzt; das untere Ende der Windung kann ebenfalls spitz zulaufen oder flach ausgebildet oder auch als Nabel eingesenkt sein. Die Windungen des Gehäuses sind bei manchen Arten flach, bei anderen gewölbt und deutlich treppenartig voneinander abgesetzt. Sehr unterschiedlich ist auch die Mündung gestaltet; sie kann fast rund oder länglich sein oder verdickte Lippen, Zähnchen oder Falten besitzen. Bei vielen Arten ist die Mündung am unteren Ende zu einem schmalen, mehr oder weniger langen Siphonkanal ausgezogen.

Schnecken von Naxos
Die meisten Schneckenarten besitzen ein aufgedrehtes Gehäuse. Hier ist an der linken Schale die Spindel im Schaleninnern zu sehen.

Schnecken von Naxos
Bei einigen Arten weist das Gehäuse keine Spitze auf (links), bei den meisten ist es jedoch kegelförmig zugespitzt (Mitte und rechts). Auf der Unterseite kann das Gewinde eingesenkt sein (Gehäuse mit Nabel, rechts). Alle hier abgebildeten Arten besitzen eine rundliche Mündung ohne Siphonalrinne.

Schnecken von Naxos
Bei viele Arten ist die Mündung des Gehäuses nicht rundlich, sondern weist am unteren Ende eine Siphonalrinne auf oder ist in einen mehr oder weniger langen Siphonkanal ausgezogen.

Sehr unterschiedlich ist außerdem die Skulptur der Schale: Sie kann glatt sein oder Spiral- oder Radialrippen aufweisen. Oft ist sie mit Wülsten, Knoten oder Stacheln versehen.

Schnecken von Naxos
glatte Schalen, Schalen mit Spiralbändern, Granulierung, Gitterung, Radiärrippen, Wülsten und Knoten

Körperbau und Ernährung

Der weiche Körper der Schnecken ist einfach gebaut, allerdings doch deutlich differenzierter als der der Muscheln. Er besteht aus dem Fuß, mit dem die Schnecke kriecht, und dem Kopf, an dem die Mundöffnung (mit der Raspelzunge, der Radula) und die Sinnesorgane sitzen (Fühler und Augen); im Gehäuse befindet sich ähnlich wie bei den Muscheln der Mantel, in dessen Höhle die Eingeweide liegen. Am Hinterende des Fußes sitzt bei vielen Arten insbesondere der Gezeitenzone ein horniger oder verkalkter Deckel, das Operculum, mit dem die Schnecke das Haus dicht verschließen kann, um sich vor Feuchtigkeitsverlust zu schützen.

Pisania striata
Das Klipphorn besitzt ein horniges Operculum.

Manche Schneckenarten ernähren sich vegetarisch, indem sie mit ihrer Raspelzunge den Algenbewuchs der Felsen abschaben; andere Arten filtrieren das Meerwasser, wieder andere fressen Aas oder leben räuberisch und ernähren sich beispielsweise von anderen Schnecken oder Muscheln, die sie anbohren und aussaugen. Schnecken atmen mittels Kiemen, die sich in der Mantelhöhle befinden. Das Meerwasser für die Atmung wird durch einen Spalt zugeführt, der bei vielen Arten zu einem Schlauch ausgezogen ist; dieser liegt in der Siphonalrinne.

Im Folgenden will ich die Arten vorstellen, die ich bislang bei uns in Azalas gefunden habe. Am Schluß hänge ich eine Liste mit den bislang bei uns bestimmten Arten an. Man möge bitte beachten, dass ich kein Spezialist bin und die Bestimmung oft mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist. Die korrekte Bestimmung der Arten wird beispielsweise dadurch erschwert, dass die Individuen in Färbung und Form oft stark variieren können und dass manche Arten sich nur geringfügig unterscheiden. Außerdem gibt es in einigen Gruppen so viele Arten, dass längst nicht alle in den Bestimmungsbüchern auftauchen. Entsprechend ist es durchaus möglich, dass die eine oder andere meiner Bestimmungen falsch ist; ich freue mich jederzeit über Korrekturen. Herzlich danken möchte ich an dieser Stelle der Biologin Monika Losem für ihre Hilfe bei den Bestimmungen und für sonstige Tipps und meiner Tochter Angeliki für das geduldige und aufmerksame Sammeln der Schnecken.

Zum Schluss noch ein Wort zum Schutzstatus der Schnecken: Geschützte Arten wie die bei Naxos vorkommende Braune Maus (Porzellanschnecke), das Tritonshorn und die Tonnenschnecke dürfen weder lebendig noch als leeres Gehäuse gesammelt werden. Grundsätzlich sollte man selbstverständlich keine lebenden Schnecken sammeln und am besten auch an leeren Gehäusen nur je ein Exemplar jeder Art mitnehmen.

Wie bei so machen Meerestieren herrscht bei den Schnecken eine große Verwirrung mit den Namen: Für fast alle Arten gibt es eine große Anzahl von heute nicht mehr gültigen Synonymen, die in älteren Büchern aber durchaus noch benutzt werden. Ich verwende hier die im WoRMS (World Register of Marine Species) als gültig akzeptierten Namen (Stand 2013), wobei ich manchmal die gebräuchlichsten Synonyme angebe.

Die angegebenen Größen beziehen sich auf die fotografierten Exemplare; im Allgemeinen handelt es sich um die Höhe, seltener um den Durchmesser („Größe“) des Gehäuses. Wenn mehrere Exemplare abgebildet sind, messe ich das größte.

Klasse Gastropoda (Schnecken):

1. Unterklasse Patellogastropoda

Die Napfschnecken und Lochschnecken werden auf einer eigenen Seite behandelt.

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2. Unterklasse Vetigastropoda

Haliotoidea: Haliotidae, Meerohren

Das Meerohr ist in Aussehen und Lebensweise den Napfschnecken ähnlich. Seine Schalen sind häufig am Strand zu finden; mit ihrer flachen, offenen Form und der glänzend-perlmutterigen Innenseite sind sie leicht zu erkennen. Lebendig sind die Meerohren kaum zu entdecken: tagsüber sitzen sie versteckt unter Steinen und Felsen. Nachts kriechen die Meerohren umher und weiden den Algenbewuchs der Felsen ab. Sie kommen kurz unter der Wasseroberfläche bis in einige Meter Tiefe vor. Das Meerohr ist ebenso wie die Napfschnecken essbar, wird aber auf Naxos meines Wissens nicht gegessen.

Die Schale der Meerohren hat eine charakteristische ohrähnliche Form mit einem kleinen Gewinde und einem großen, flachen, offenen letzen Umgang, der oben durch unregelmäßige Radialwülste strukturiert ist und in einer Kante nahe des Außenrandes eine Reihe kleiner Löcher trägt. Die Oberseite ist bräunlich gefärbt und meist mit anderen Meeresorganismen wie Moostierchen bewachsen; die Unterseite ist glänzend perlmuttern. Das lebende Tier besitzt einen breiten Fuß, mit dem es sich stark am Untergrund festsaugen kann, und streckt kleine Tentakeln am Schalenrand sowie kurze Tastfäden aus den Löchern in der Schale hervor.

Meerohr, Haliotis tuberculata (=H. lamellosa)

häufig


Die flache, offene Schale des Meerohrs besitzt eine besonders schöne, permuttern schillernde Innenseite. Bei der Art Haliotis tuberculata trägt die Schale dicke Radialwülste; die Oberseite ist grau gefärbt. Größe: 45 mm

Haliotis mykonosensis

häufig, aber etwas seltener als die vorige Art

Haliotis mykonosensis ist eine erst kürzlich beschriebene Meerohr-Art, die vor allem in Griechenland, aber auch im zentralen Mittelmeer bis Korsika vorkommt. Sie ist an der schwächeren Skulpturierung des Gehäuses zu erkennen: Die Radialwülste fehlen, die Rippung ist feiner.


Haliotis mykonosensis ist von der vorigen Art an der glatteren Schale zu unterscheiden, die braun, rötlich oder gelblich gefärbt ist. Größe: 33 mm

Trochoidea: Trochidae, Kreiselschnecken

Die Kreiselschnecken sind kleine Schnecken mit kegelförmigem Gehäuse mit rundlicher Mündung, oft eingesenktem Nabel und höchstens schwach angedeuteter Siphonalrinne. Sie leben meist in der Gezeitenzone oder in Seegraswiesen und ernähren sich von Detritus und vom Algenbewuchs, den sie mit der Raspelzunge abschaben. Es gibt eine ganze Reihe von Arten, die teilweise schwer auseinander zu halten sind. Sie unterscheiden sich in der genauen Form und Färbung der Schale, in deren Skulpturierung durch Spiralleisten und Knoten sowie in der Gestaltung des Nabels.

Gibbula adansoni ?

häufig insbesondere an den Sandstränden in Südwestnaxos


Gibbula adansoni ist bräunlich gefärbt mit feinen Flammenbändern; sie besitzt einen engen, kleinen Nabel, der oft eine charakteristische grüne Färbung zeigt. Das Gehäuse ist etwas höher als bei den anderen Arten. Höhe: 9 mm

Gibbula ardens

häufig


Gibbula ardens hat einen besonders tiefen Nabel. Das Gehäuse ist olivbraun oder rötlich gefärbt und trägt eine intensive Zeichnung mit Flammenbändern und hellen Flecken an den oberen Rändern der Umgänge. Höhe: 10 mm


Gibbula ardens ist wohl die hübscheste Kreiselschnecke bei uns. Gelegentlich findet man Exemplare mit einer rosa Spitze oder mit einem weißen Spiralband.

Gibbula divaricata

sehr selten


Gibbula divaricata besitzt deutlich voneinander abgesetzte Umgänge; das Gehäuse ist recht hoch. Der Nabel ist geschlossen; die Schale besitzt eine graue bis grünliche Farbe mit einer roten Punktierung, die etwa in Radialstreifen verläuft. Höhe: 11 mm

Gibbula rarilineata

eher selten, aber häufiger als die vorige Art


Der Nabel von Gibbula rarilineata ist sehr klein oder ganz geschlossen; die Schale ist ähnlich gefärbt wie bei der vorigen Art. Das Gehäuse ist eher niedrig und besitzt eine oft leicht konkave Unterseite; die Umgänge sind nicht deutlich voneinander abgesetzt. Höhe: 12 mm

Gibbula turbinoides ?

sehr selten


Bei dieser kleinen, sehr dunklen Schnecke mit kräftiger Zeichnung handelt es sich vielleicht um Gibbula turbinoides. Höhe: 8 mm

Weitgenabelte Buckelschnecke, Gibbula umbilicaris

selten


Gibbula umbilicaris ist meist grau oder braun gefärbt, besonders flach und hat einen sehr weiten Nabel. Größe: 11 mm

Gibbula varia

recht häufig


Gibbula varia kann sehr unterschiedlich gefärbt sein: grau, braun oder rötlich. Die Zeichnung ist eher schwach. Der Nabel ist tief, aber kleiner als bei G. ardens; die weiße „Windung“ des Nabels ist größer. Das Gehäuse trägt meist schwache, feine Spiralrillen. Charakteristisch ist das eher niedrige Profil mit einem schwachen „Knie“ auf dem letzten Umgang. Von innen glänzt das Gehäuse perlmutterig. Größe: 11 mm

Clanculus corallinus

häufig


Bei den Clanculus-Arten ist das Gehäuse fein gekörnt. Es besitzt einen tiefen Nabel. Clanculus corallinus ist an der gezähnten Mündung und den zwei großen Zähnen an der Spindelbasis zu erkennen. Das Gehäuse ist korallenrot oder braun, oft mit helleren Flecken. Höhe: 10 mm

Clanculus cruciatus

häufig


Diese Art ist C. corallinus sehr ähnlich, besitzt jedoch wesentlich kleinere Zähne an der Spindelbasis. Die Gehäuse sind variabel gefärbt und gemustert; rote Exemplare sind deutlich seltener als braune. Höhe: 9 mm

Clanculus jussieui

eher selten, vor allem an den Sandstränden im Südwesten


Clanculus jussieui ähnelt Cl. cruciatus in der Färbung und der Form des Nabels, besitzt aber eine glatte, glänzende, nicht körnige Oberfläche. Höhe: 7 mm

Jujubinus exasperatus

eher selten


Die Jujubinus-Arten besitzen besonders hohe Gehäuse. Diese Art ist intensiv schwarz-weiß gezeichnet. Höhe: 11 mm

Jujubinus curinii ?

sehr selten


Sehr selten kann man auch diese Art finden, möglicherweise Jujubinus curinii, mit bräunlicher Färbung und gerundeter, nicht flacher Unterseite. Höhe: 9 mm

Jujubinus karpathoensis ?

sehr selten


Eine weitere Art sehr kleine Art mit roter Schale, möglicherweise Jujubinus karpathoensis. Höhe: 6 mm

Calliostoma laugieri

eher selten


Die Schnecken der Gattung Calliostoma besitzen besonders schön kegelförmige Gehäuse. Calliostoma laugieri ist gelblich oder olivgrün mit schöner blauer Innenseite. Höhe: 10 mm

Würfelturban, Phorcus turbinatus

sehr häufig, essbar; siehe auch die Seite Würfelturban


Die sehr häufige Art Phorcus turbinatus (= Monodonta turbinata, Osilinus turbinatus) besitzt ein kräftiges, dickschaliges, gedrungenes Gehäuse mit geschlossenem Nabel und schwarz-weißer Zeichnung. Das Exemplar unten links gehört vermutlich der Art Ph. articulata an. Höhe: 26 mm


Jüngere Exemplare besitzen deutliche Spiralrillen und sind bräunlich gefärbt.


Auf der Unterseite sieht man die kontrastreiche schwarz-weiße Musterung und den hornigen Deckel.


Auch derartige Exemplare gehören vermutlich zur selben Art; das Gehäuse ist hier höher und schwächer gerillt. Der Würfelturban sitzt oft in großer Zahl in Felsspalten an der Küste; nachts kommen die Schnecken auf der Nahrungssuche aus ihren Verstecken hervor.

Phorcus articulatus

mäßig häufig, essbar


Phorcus articulatus ist der vorigen Art sehr ähnlich. Die Schnecke besitzt ein hohes Gehäuse mit leicht abgesetzten Umgängen. Die oberen Umgänge sind nicht geriffelt wie bei Ph. turbinatus.


Hier sieht man die typische Färbung mit feinem Muster und den charakteristischen Spiralbändern.


Die weiße Unterseite besitzt eine feinere Musterung als bei Ph. turbinatus. Der Deckel ist hell mit dünnen Spiralrillen.

Phorcus richardi ?

stellenweise recht häufig


Bei dieser Art mit dem robusten, rundlichen, innen perlmuttern glänzenden Gehäuse mit deutlichem Nabel handelt es sich vermutlich um Phorcus richardi. Die Färbung ist rötlich oder grau, oft mit roten Fleckchen. Größe: 14 mm


Hier Phorcus richardi in seinem natürlichen Habitat. Man sieht die feine Musterung mit den kleinen rötlichen Flecken.


Der tiefe Nabel liegt in einem weißen Feld; der hornige Deckel besitzt eine feine weiße Spirallinie.

Turbinoidea: Turbinidae, Turbanschnecken

Roter Runzelstern, Bolma rugosa

in größerer Tiefe, am Strand selten zu finden

Der bis zu 6 cm große Rote Runzelstern kommt in tieferem Wasser auf Felsuntergrund vor, wo er Algen abweidet. Das Gehäuse findet man nur selten am Strand, häufiger aber den hübschen Gehäusedeckel, der oft zu Schmuck verarbeitet wird. Die Art taucht regelmäßig als Beifang in Schleppnetzen auf.

Der Rote Runzelstern hat ein kräftiges, kegelförmiges Gehäuse mit deutlich gewölbten Umgängen, die durch eine eingeschnürte Naht voneinander getrennt sind. Auf den Umgängen sitzen zahlreiche Knoten, bei jungen Tieren Stacheln. Das Operculum, der dicke, verkalkte Deckel, mit dem die Schnecke die Mündung ihres Gehäuses verschließt, wird Marienauge genannt. Marienaugen kann man mit ein bisschen Glück an den Sandstränden von Naxos im Spülsaum finden. Sie sind auf der einen Seite glatt und weiß mit einer zarten Spirallinie, auf der anderen Seite leicht gewölbt und beige oder orangebraun gefärbt und werden bis etwa 2 cm groß.

Bolma rugosa
Der Rote Runzelstern besitzt ein stark getrepptes Gehäuse. Höhe: 45 mm

Bolma rugosa, Operculum
Die hübschen Gehäusedeckel des Roten Runzelsterns werden Marienaugen genannt.


Die lebendigen Schnecken sind meist dicht mit Algen bewachsen und dementsprechend nur schwer zu entdecken.


Hier die Unterseite mit der perlmutterfarbenen Mündung und dem Gehäusedeckel.

Phasianelloidea: Phasianellidae, Fasanenschnecken

Die Fasanenschnecken sind winzig klein. Sie haben eiförmige Gehäuse mit vorgewölbten Windungen und rundlicher Mündung. Die Schale ist glatt und glänzend und trägt eine rote Fleckung und Flämmung.

Hühnchen-Fasanenschnecke, Tricolia pullus (=Phasianella p.)

recht häufig


Diese sehr kleine Art ist in der Färbung sehr variabel: Die Gehäuse können fast durchsichtig, weiß, rosa, rot oder auch dunkel sein und tragen eine bei jeder Schnecke ein bisschen anders ausgebildete rote Fleckung und Flämmung. Die Hühnchen-Fasanenschnecke lebt im Algenbewuchs der Felsen, vor allem zwischen Rotalgen. Höhe: 7 mm

Tricolia speciosa

sehr selten


Tricolia speciosa bildet ein deutlich höheres Gehäuse aus. Dieses ist hellrosa gefärbt mit zarten Flammenbändern und feinen Spiralstreifen. Höhe: 9mm

Phasianelloidea: Colloniidae

Diese Familie wurde erst kürzlich zu den Phasianelloidea gestellt. Die Angehörigen der Gattung Homalopoma sind kleine Schnecken mit flachem Gehäuse und geschlossenem Nabel.

Homalopoma sanguineum

sehr selten


Homalopoma sanguineum ist eine hübsche Schnecke mit einem sehr kleinen, roten, recht flachen Gehäuse. Größe: 7 mm

3. Unterklasse Neritimorpha

Neritoidea: Neritidae, Nixenschnecken

Smaragdgrüne Nixenschnecke, Smaragdia viridis

eher selten

Smaragdia viridis Smaragdia viridis
Die winzige Smaragdgrüne Nixenschnecke ist in Form und Farbe unverkennbar. Größe: 5 mm

4. Unterklasse Caenogastropoda

Cerithioidea: Cerithiidae, Hornschnecken

Nadelschnecke oder Gewöhnliche Hornschnecke, Cerithium vulgatum (=Gourmya vulgata)

sehr häufig

Die Nadelschnecke ist eine der größeren Schnecken bei uns; sie wird bis 6 cm lang. Sie lebt vor allem auf Schlamm und frisst Detritus und Kieselalgen. Häufig sieht man sie in kleinen „Teichen“ an der Wasserlinie.

Das Gehäuse der Nadelschnecke ist spitz turmförmig mit kleinen spiralig angeordneten Höckern. An der rundlichen Mündung besitzt sie oben eine kleine Rinne und am unteren Ende einen kurzen, breiten Siphonalkanal. Die Färbung ist hell mit feiner brauner Fleckung.


Die Nadelschnecke wird bis 6 cm lang. Die Innenlippe ist bei der ausgewachsenen Schnecke umgeschlagen. Höhe: 50 mm

Cerithium spec?
Hier könnte es sich ebenfalls um Cerithium vulgatum handeln, oder um C. alucastrum. Höhe: 20 mm

Felsen-Hornschnecke, Cerithium rupestre

sehr häufig

Diese etwas kleinere Form wird neuerdings auch zur Art Cerithium vulgatum gerechnet.


Diese Schnecken mit kleineren und größeren Knoten auf dem Gehäuse werden oft als Felsen-Hornschnecke (Cerithium rupestre) bezeichnet. Höhe: 15 mm

Cerithium lividulum

häufig

Cerithium lividulum
Cerithium lividulum besitzt eine hellgraue Schale mit feiner Gitterskulptur mit unregelmäßigen Spirallinien; auch hier weist die mandelförmige Mündung oben und unten eine Rinne auf und die Innenlippe ist umgeschlagen. Höhe: 20 mm

Bittium latreillii

häufig


Diese sehr kleine Art gehört ebenfalls zu den Hornschnecken. Sie besitzt ein hohes, schlankes Gehäuse mit feiner Gitterskulptur. Charakteristisch sind die weißen Strichel auf den Umgängen. Höhe: 12 mm

Bittium reticulatum ?

sehr selten


Diese Art ist der vorigen sehr ähnlich, besitzt aber ein dunkleres, stärker skulpturiertes Gehäuse mit weniger weißen Stricheln. Es könnte sich um B. reticulatum handeln. Höhe: 13 mm

Cerithioidea: Turritellidae, Turmschnecken

Die Turmschnecken haben sehr hohe, spitz turmförmige Gehäuse mit kaum abgesetzten Windungen. Sie leben eingegraben im Sandboden und ernähren sich von winzigen Partikeln im Meerwasser, das sie filtrieren. Bei uns findet man ihre Gehäuse eher selten.

Gemeine Turmschnecke, Turritella communis

sehr selten

Die Gemeine Turmschnecke ist eine häufige und weitverbreitete Art, die in Sediment eingegraben lebt und sich von Kleinstpartikeln ernährt, die sie sich zustrudelt. Sie wird bis zu 6 cm lang. Auf Naxos ist sie selten zu finden.

Turritella communis
Turritella communis ist die häufigste Turmschnecken-Art mit spitzem, hohem Haus und feinen Spiralstreifen auf den Windungen. Höhe: 22 mm

Ordnung Littorinimorpha

Die Wurmschnecken (Vermitoidea) werden auf einer eigenen Seite behandelt.

Calyptroidea: Calyptraeidea, Pantoffelschnecken

Die Pantoffelschnecken sind den Napfschnecken ähnlich darin, dass ihr Gehäuse flach auf dem Boden aufsitzt und nicht spiralig geformt ist. Von unten sieht man über der knappen Hälfte der sehr leicht gewölbten Schale eine „Decke“, wodurch die Schale pantoffelförmig wird. Pantoffelschnecken setzen sich ab einer Größe von etwa einem Zentimeter an einer Stelle fest, die sie nicht mehr verlassen, oft auch auf der Schale von anderen Weichtieren und besonders gern auf einem anderen Exemplar derselben Art, wobei sie oft ganze Stapelchen bilden. In diesem Fall wird das unterste Tier weiblich und die daraufsitzenden männlich. Pantoffelschnecken ernähren sich wie die Wurmschnecken als Filtrierer. Sie bilden um sich herum ein Netz aus Schleimfäden aus, an denen sich Nahrungspartikel verfangen; dann wird das Netz eingeholt und samt den daran hängenden Partikeln verzehrt.

Crepidula unguiformis

sehr selten


Die sehr kleine und zarte Pantoffelschnecke Crepidula unguiformis setzt sich ähnlich einer Napfschnecke auf dem Untergrund fest. Größe: 14 mm

Cypraeoidea: Cypraeidae, Porzellanschnecken

Porzellanschnecke oder Braune Maus, Luria lurida

selten

Die Porzellanschnecke oder Braune Maus ist eine der seltensten und schönsten Schnecken bei uns. Man kann sie mit einigem Glück bei einem Schnorchelgang finden; sie lebt auf felsigen und sandigen Böden bis in 40 Metern Tiefe. Sie ist hauptsächlich nachtaktiv und ernährt sich von Schwämmen. Ihre schöne, glänzende Oberfläche erhält sie sich, indem sie während der Ruhe von beiden Seiten zwei Mantellappen über die Schale zieht, die das Bewachsen durch Algen und ähnliches verhindern. Die Porzellanschnecke hat eine glänzend braune Färbung mit breiten dunkleren und helleren Bändern und schwarzen Flecken auf den Enden.

Luria lurida
Die schöne Porzellanschnecke ist bei uns sehr selten. Sie ist geschützt und darf nicht gesammelt werden.

Luria lurida
Wir haben bislang nur einmal ein lebendes Exemplar entdeckt.

Luria lurida
Die Porzellanschnecke ist leicht erkennbar an der Größe und der schönen braunen Farbe mit den schwarzen Flecken an den Enden. Höhe: 50 mm

Fleckenkauri, Erosaria spurca

sehr selten

Die Felckenkauri ist ebenfalls eine wunderschöne Meeresschnecke, die bie uns nur selten zu finden ist. Sie ist etwas kleiner als die Porzellanschnecke und besitzt eine hellbraune Färbung mit „unscharfen“ Flecken. Auch diese Art bezaubert vor allem durch die glänzende Oberfläche. Die Fleckenkauri kommt im Mittelmeer, vor Westafrika und im Roten Meer vor; sie lebt in Algen- und Seegrasbeständen in 2 bis 20 m Tiefe und versteckt sich tagsüber unter Steinen.


Die hübsch gefärbte Fleckenkauri ist ebenfalls nur mit etwas Glück zu finden. Höhe: 36 mm

Littorinoidea: Littorinidae, Strandschnecken

Zwergstrandschnecke, Melaraphe neritoides (=Littorina n.)

sehr häufig

Die Zwergstrandschnecke lebt in der Spritzwasserzone und lebt von allen bei uns auftretenden Meeresschnecken, einschließlich der Napfschnecken, am höchsten über der Wasserlinie. Sie sitzt meist einzeln in kleinen Felsritzen. Sie ist ein Luftatmer und kann auch längere Trockenzeiten überstehen. Nachts weidet sie ebenso wie die Napfschnecken den Blaualgenbelag in der Spritzwasserzone ab oder steigt ins Mesolitoral hinab, um dort von den Algen zu fressen.

Die Zwergstrandschnecke ist sehr klein (bis 8 mm) und bräunlich oder weiß. Die Schale hat eine kleine Spitze und einen großen, bauchigen letzten Umgang. Die Gehäuse der Zwergstrandschnecke werden aufgrund der geringen Größe nicht von Einsiedlerkrebsen genutzt.

Melaraphe neritoides
Die winzige Zwergstrandschnecke sitzt in den Felsritzen des Supralitorals. Höhe: 6 mm

Naticoidea: Naticidae, Nabelschnecken

Die Nabelschnecken besitzen ein rundliches, glänzendes Gehäuse mit nur sehr kleiner, flacher Spitze, weiter Endwindung, halbmondförmiger Mündung und eingesenktem Nabel, der meist teilweise durch einen Auswuchs verengt oder verschlossen ist. Die Schale ist glatt mit sehr feinen Zuwachsstreifen; die Färbung meist hell.

Nabelschnecken ernähren sich räuberisch. Sie graben sich mit ihrem sehr großen Fuß durch den Sand; wenn sie auf eine Beute (andere Schnecken und Muscheln) treffen, dann halten sie diese mit dem Fuß und Schleimfäden fest und bohren mit ihrer als Bohrorgan ausgebildeten Zunge ein Loch in deren Schale, durch das sie das Tier danach mithilfe ihres langen Rüssels aussaugen. Der Fuß der Schnecke ist sehr groß und kann um das Gehäuse herum gelegt werden.

Mondschnecke, Neverita josephinia

regelmäßig


Die Mondschnecke ist leicht erkennbar am runden Auswuchs, der über dem Nabel liegt. Sie ist hellbraun gefärbt mit schwachen, feinen Zuwachsstreifen. Größe: 25 mm

Gepunktete Nabelschnecke, Naticarius stercusmuscarum

selten


Die Gepunktete Nabelschnecke wird bis zu 50 mm groß; sie hat einen großen, stegartigen Auswuchs im Nabel. Das Gehäuse ist gleichmäßig mit kleinen rötlichen Punkten übersät. Höhe: 25 mm

Hebräische Nabelschnecke, Naticarius hebraeus

sehr selten


Die Hebräische Nabelschnecke ist meist kleiner und besitzt größere, unregelmäßige Flecken. Höhe: 11 mm

Notocochlis dillwynii

eher selten


Diese kleine Schnecke ist an den geflämmten Bändern und dem charakteristischen Nabel zu erkennen. Sie besitzt ein weißes, fein radial geripptes Operculum. Größe: 13 mm

Euspira guilleminii (=Lunatia g.)

sehr selten

Euspira guillemini
Bei dieser Art ist der Nabel durch eine Verdickung der Innenlippe an ihrem oberen Rand verengt; charakteristisch ist außerdem die braune Spindel. An diesem Gehäuse sieht man ein Bohrloch, das von einer anderen Nabelschnecke stammen könnte. Höhe: 20 mm

Euspira intricata (=Payraudeautia i.)

eher selten


Euspira intricata ist eine kleine Schnecke, die an ihrer intensiven Musterung mit drei geflämmten Spiralstreifen und dem offenen Nabel mit Wulst am unteren Rand erkennbar ist. Höhe: 10mm

Stromboidea: Strombidae, Flügelschnecken

Persische Flügelschnecke, Conomurex persicus (=Strombus p.)

selten

Die Persische Flügelschnecke gehört zu den Arten, die eigentlich im Mittelmeer nicht heimisch sind. Sie stammt aus dem Persischen Golf, von wo aus sie vermutlich über Schiffe ins Mittelmeer eingeschleppt wurde. Zuerst ist die Art in der Levante und vor der südtürkischen Küste erschienen und breitet sich nun allmählich im östlichen Mittelmeer aus. Es handelt sich um eine recht große, doppelkegelförmige Schnecke mit langer, schmaler Mündung und verbreiterter Außenlippe. Die Flügelschnecken kriechen nicht, sondern besitzen einen in mehrere Arme geteilten Fuß, mit dem sie „spazieren“. Sie leben im flachen Wasser auf Sandböden und ernähren sich von pflanzlichem Detritus. Bei uns ist die Art bislang nur recht selten zu finden.


Die Persische Flügelschnecke besitzt eine leicht treppenförmige Spitze und eine gleichmäßig kegelförmig verschmälerte untere Windung. Das Gehäuse ist hell gefärbt mit braunen Zickzack-Stricheln. Höhe: 40 mm


Hier ein von einem Einsiedlerkrebs bewohntes Gehäuse. Man sieht die schmale Mündung.

Stromboidea: Aporrhaidae, Pelikanfüße

Gewöhnlicher Pelikanfuß, Aporrhais pespelecani

selten, in tieferem Wasser, nur selten am Strand zu finden

Die Pelikanfüße sind unverkennbar mit den stachelartigen Auswüchsen der Außenlippe der Mündung des Gehäuses; die Form der Schnecke ähnelt einer offenen Hand. Pelikanfüße leben eingegraben in Sand- und Schlammböden ab 10 m Tiefe. Man findet nur selten Gehäuse am Strand; auch diese Art gerät aber öfter in die Schleppnetze der Fischer. Der Pelikanfuß wird bis zu 5 cm lang.


Der Pelikanfuß besitzt eine charakteristische Handform. Höhe: 35 mm

Tonnoidea: Cassidae, Helmschnecken

Gewellte Helmschnecke, Semicassis granulata undulata (=S. undulata)

sehr selten

Eine wunderschöne, allerdings bei uns sehr seltene Schnecke ist die Gewellte Helmschnecke. Sie besitzt ein sehr festwandiges, bis 10 cm großes Gehäuse mit einem großen letzten Umgang und einer kegelförmigen Spitze. Das Gehäuse weist flache Spiralleisten auf und besitzt eine dicke, stark aufgewölbte, gezähnte Außenlippe. An der anderen Seite der Mündung, am Spindelschild, sitzen kleine rundliche Höcker.

Semicassis granulata undulata

Semicassis granulata undulata
Die sehr seltene Gewellte Helmschnecke ist vielleicht die schönste Schneckenart, die bei uns zu finden ist. Höhe: 90 mm

Casmaria ponderosa ?

sehr selten

Bei dieser eher kleinen, dickwandigen Schnecke könnte es sich um Casmeria ponderosa handeln, die allerdings eigentlich im Roten Meer und im Indischen Ozean vorkommt, oder es ist eine verwandte Art.


Casmeria ponderosa besitzt ein dickwandiges Gehäuse mit kleinem Gewinde und großem letzten Umgang; der Außenrand der Mündung ist umgeschlagen mit regelmäßigen dunklen Flecken. Höhe: 28 mm

Tonnoidea: Tonnidae, Tonnenschnecken

Tonnenschnecke, Tonna galea

eher selten

Die Tonnenschnecke wird mit bis zu 30 cm sehr groß. Man kann sie gelegentlich in mäßiger Tiefe bei Schnorchelgängen finden; manchmal findet man auch ein kleines Exemplar am Strand. Die Tonnenschnecke ist ein gefährlicher Räuber, der sich vor allem von Stachelhäutern und Mollusken ernährt. Sie besitzt einen langen Rüssel zum Erbeuten ihrer Nahrung und kann 4 %ige Schwefelsäure abgeben, um die Schalen ihrer Opfer aufzulösen und die Beute abzutöten.

Die unverwechselbare Schale der Tonnenschnecke ist eiförmig mit flachem Gewinde und sehr großem, bauchigem letztem Umgang mit weiter Öffnung. Das Gehäuse trägt zahlreiche Längsrillen, die eine Kerbung der Mündung bewirken. Die Färbung ist grau bis hellbraun.

Tonna galea
Die Tonnenschnecke wird bis zu 30 cm groß. Höhe des abgebildeten Exemplars: 115 mm

Tonnoidea: Ranellidae, Tritonshörner

Unterschiedliches Tritonshorn, Charonia variegata

eher selten, in tieferem Wasser; gelegentlich beim Schnorcheln zu sehen

Das Tritonshorn ist mit bis zu 40 cm Länge die größte Schnecke des Mittelmeeres. Es kommt ab etwa 10 Metern bis in größere Tiefen (100 bis 200 Meter) vor. Es lebt auf Fels- und Detritusböden sowie zwischen Algen und ist ein gefährlicher Räuber, der Seeigel, Seegurken und sogar die selbst räuberischen Seesterne erbeutet. Die Kalkpanzer von Muscheln oder anderen Schnecken löst es mit Magensäure auf. Wenn der Fuß des Tritonshorns ein Beutetier (oder einen Angreifer) berührt, schlägt es das Gehäuse herunter, so dass das Tier zerquetscht oder zertrümmert wird. Außerdem gehen die Tritonshörner auch an in Netzen gefangene Fische. Gelegentlich kann man beim Schnorcheln ein lebendes Tritonshorn beobachten.

Das große, dicke Gehäuse des Tritonshorns besitzt eine lange Spitze und einen großen, bauchigen letzten Umgang mit kurzer Siphonalrinne; die Mündung hat einen umgeschlagenen, faltigen Innenrand und doppelte Kerben im Außenrand. Die Färbung des Gehäuses ist bräunlich mit helleren und dunkleren Flecken in mehreren Spiralbändern; meist kann man sie jedoch wegen des Bewuchses mit Kalkalgen und ähnlichem kaum erkennen. Das hier abgebildete Exemplar ist mithilfe von Essig und einer Drahtbürste gereinigt.

Das Gehäuse des Tritonshornes wird seit dem Altertum als Signalhorn benutzt. Wenn man (wie auf dem Exemplar im Bild) die obere Spitze absägt, kann man durch geschicktes Hereinblasen am entstandenen Loch einen tiefen, Schiffssirenen-ähnlichen Ton hervorrufen. Auf Naxos wurde das Tritonshorn, die burú, früher in den Dörfern unter anderem dazu benutzt, die Arbeiter zu den Ölmühlen zu rufen.

Das Tritonshorn ist geschützt (es steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten) und darf deswegen weder lebendig noch als leeres Gehäuse gesammelt werden; das hier abgebildete Exemplar befindet sich schon lange im Besitz der Familie.

Charonia variegata
Das Tritonshorn wird seit dem Altertum als Signalhorn benutzt. Höhe: 230 mm


Wenn man auf das Bild klickt, kann man das Tuten auf dem Tritonshorn hören!

Velutionoidea: Triviidae

Die Arten der Familie Triviidae sehen den Porzellanschnecken (Kaurischnecken) ähnlich: auch ihre Schale ist oval mit einem winzigen Gewinde an der einen Spitze und einem sehr großen letzten Umgang mit schmaler, vom einen Ende zum anderen reichender, oft gezähnelter Mündung.

Trivia mediterranea (=T. pulex)

regelmäßig


Trivia mediterranea ist eine sehr kleine, hübsche, rosa Schnecke; typisch für die Art ist die nur schwache Riffelung auf der Oberseite der Schale. Höhe: 8 mm

Niveria problematica

regelmäßig


Der vorigen Art sehr ähnlich ist Niveria problematica. Ihr Gehäuse ist stärker geriffelt und besitzt einen deutlichen Längsstreifen auf dem Rücken. Höhe: 8 mm

Epitonioidea: Epitonidae, Wendeltreppen

Die Wendeltreppen gehören zu den schönsten Schneckenarten. Sie besitzen ein hohes, spitzes Gehäuse mit gewölbten Windungen und schmalen, stark abgesetzten Radialrippen. Die Mündung ist kreisrund ohne Siphonalrinne. Die Wendeltreppen leben meist eingegraben im Sand. Sie ernähren sich vor allem von Seeanemonen. Wendeltreppen sind bei uns nur selten zu finden.

Gemeine Wendeltreppe, Epitonium clathrus (= E. commune, Clathrus clathrus)

eher selten

Epitonium clathrus
Die Gewöhnliche Wendeltreppe ist porzellanweiß mit schönen, leicht schräg geneigten Rippen. Höhe: 25 mm

Blättrige Wendeltreppe, Epitonium lamellosum (=Gyroscala lamellosa)

sehr selten

Epitonium lamellosum
Diese Art besitzt schmalere, höhere, gerader ausgerichtete Rippen; die Grundfärbung des Gehäuses ist etwas dunkler. Es ist schwer ein unbeschädigtes Exemplar zu finden; hier sind die untersten Umgänge abgebrochen. Höhe: 17 mm

Turtons Wendeltreppe, Epitonium turtonis (=Fuscoscala turtonis)

sehr selten

Epitonium turtonis
Bei dieser Wendeltreppe mit mehr Windungen und unterschiedlich dicken, flacheren Rippen, von denen an der unteren Windung sieben zu sehen sind, handelt es sich um Epitonium turtonis. Höhe: 21 mm

Orndung Neogastropoda

Bucciniodea: Buccinidae, Wellhornschnecken

Klipphorn, Pisania striata

sehr häufig

Das Klipphorn wird bis zu 2,5 cm groß. Es lebt zwischen den Algen des Felslitorals. Diese Art ist nicht selten und kommt bis zur Wasseroberfläche hinauf, so dass man sie auch lebendig finden kann.

Das Gehäuse des Klipphorns ist spindelförmig, schwach gewölbt und glatt mit großem letztem Umgang. Die Mündung besitzt einen kurzen, engen Siphonalkanal und kleine Zähne am Außenrand. Das Schneckenhaus ist glänzend olivgrün bis rötlichbraun mit weißen, auf den engen Spiralbändern sitzenden Fleckchen.

Pisania striata

Pisania striata
Das hübsche Klipphorn ist an der Wasserlinie nicht selten.

Pisania striata
Klipphorn, Höhe: 23 mm

D’Orbignys Klipphorn, Pollia dorbignyi (=Cantharus d.)

häufig

Pollia dorbignyi
D’Orbignys Klipphorn ist dunkelbraun gefärbt und besitzt zahlreiche knotige Radialrippen, die von feinen Spiralreifen gekreuzt werden. Höhe: 16 mm

Spindelhorn, Euthria cornea (=Buccinulum corneum)

häufig

Das Spindelhorn lebt an der Felsküste zwischen den Algen. Es wird bis etwa fünf Zentimeter lang und ist bei uns eher selten. Die Umgänge des Gehäuses wölben sich etwas unterhalb der Naht deutlich hervor. Der letzte Umgang ist sehr groß mit einer kleinen, eiförmigen Mündung mit dicker, fein gezähnelter Lippe und recht langem, gebogenen Siphonkanal. Die Färbung ist gelblich oder bräunlich mit sehr zarten Zuwachsstreifen.

Euthria cornea
Das elegant geformte Spindelhorn ist bei uns nur selten zu finden.


Es besitzt geschwungene Windungen mit feinen Zuwachsstreifen und ist grau bis hellbraun gefärbt. Höhe: 31 mm

Buccinoidea: Columbellidae, Täubchenschnecken

Täubchenschnecke, Columbella rustica

sehr häufig

Die Täubchenschnecke ist eine der häufigsten Schnecken an den Felsküsten, wenn man sie auch nur selten lebendig findet. Ihre Gehäuse sind aber sehr beliebt bei den Einsiedlerkrebsen, deren Versammlungen man bei ruhigem Wasser überall kurz über der Wasserlinie entdecken kann. Die Täubchenschnecke lebt räuberisch und ernährt sich von kleinen Krebsen, Muscheln und anderen Schnecken.

Das bis 1,5 cm große Gehäuse der Täubchenschnecke ist spindelförmig mit großem letzten Umgang und schmaler, fein gezähnelter Mündung. Die Färbung ist variabel, gelblich oder braun mit feiner Fleckung und einem helleren Band am Oberrand des letzten Umgangs; die Spitze ist meist bläulich.

Columbella rustica
Die Täubchenschnecke ist eine der häufigsten Arten bei uns.

Columbella rustica
Die meisten Exemplare sind braungefleckt mit blauer Spitze; einige sind aber auch gelb. Höhe: 12 mm

Mitrella scripta

sehr selten

Mitrella gervillii


Bei dieser hübschen, rötlich gefleckten Art mit kleinem, länglichem Gehäuse handelt es sich um die zu den Täubchenschnecken gehörende Mitrella scripta. Höhe: 14 mm

Buccinoidea: Fasciolariidae, Spindelschnecken

Tarentinisches Spindelhorn, Mittelmeer-Spindelschnecke, Tarentinaea lignarius (=Fasciolaria lignaria, F . tarentina)

häufig

Das Tarentinische Spindelhorn besitzt ein hohes, spindelförmiges Gehäuse mit langem Siphonkanal und getrepptem Gewinde mit Radialrippen, die dicke Knoten tragen. Der Körper der lebenden Schnecke ist leuchtend purpurrot. Diese Art wurde ebenso wie die Purpurschnecke früher zur Herstellung des berühmten Purpurfarbstoffs verwendet. Das Tarentinische Spindelhorn wird bis zu 6 cm hoch. Es ist bei uns nicht selten, lebt aber vor allem unter Steinen versteckt und in Felsritzen.


Das Tarentinische Spindelhorn besitzt ein stark getrepptes, knotiges Gehäuse, das dem der Purpurschnecke auf den ersten Blick ähnlich sieht. Höhe: 50 mm

Tarentinaea lignarius

Tarentinaea lignarius
Der Körper dieser Schnecke ist (im Gegensatz zu dem der Purpurschnecke) leuchtend purpurn gefärbt; die Mündung ist auffallend weiß.

Sizilianische Spindelschnecke, Fusinus syracusanus

selten

Auch diese Schnecke besitzt ein hohes, stark getrepptes Gehäuse mit rundlicher Mündung und langem Siphonkanal. Es hat eine bräunliche Grundfärbung und ist durch zahlreiche Radialrippen und Spiralleisten stark skulpturiert.

Fusinus syracusanus
Die Sizilianische Spindelschnecke besitzt einen sehr langen Siphonkanal und ein getrepptes, durch Rippen und Spiralleisten skulpturiertes Gehäuse. Höhe: 19 mm

Buccinoidea: Nassariidae, Reusenschnecken

Die Reusenschnecken leben vor allem auf Weichböden, wo sie teilweise in großer Zahl anzutreffen sind. Sie ernähren sich von Aas.

Wandelbare Reuse, Nassarius mutabilis

regelmäßig

Die Wandelbare Reuse besitzt ein spitz kegelförmiges Gewinde mit deutlicher Treppung; der letzte Umgang ist aufgeblasen, die Mündung rundlich mit kurzem, tiefen Siphonkanal. Die Schale ist dünn und durchscheinend weißlich mit bräunlicher Flämmung und Flecken unter der Naht.


Das Gehäuse der Wandelbaren Reuse ist zart und halb durchscheinend. Höhe: 20 mm

Dicklippige Netzreusenschnecke, Nassarius incrassatus (=Hinia incrassata)

regelmäßig

Nassarius incrassatus


Die sehr kleine Dicklippige Netzreusenschnecke besitzt ein durch Radialrippen und Spiralleisten skulpturiertes Gehäuse; die Mündung ist eiförmig mit dicken Lippen und kurzer eingesenkter, innen dunkler Siphonalrinne. Höhe: 10 mm


Die Art ist recht variabel; auch bei diesen Exemplaren handelt es sich vermutlich um die Dicklippige Netzreusenschnecke.

Nassarius cuvierii

regelmäßig


Diese kleine Art weist nur schwache Rippen und Spirallinien auf, die eine sehr zarte Gitterstruktur bewirken. Um das Gehäuse laufen unterbrochen gestrichelte Spiralbänder. Die Mündung ist gezähnelt. Höhe: 15 mm

Cyclope pellucida

mäßig häufig


Cyclope pellucida ist flach scheibenförmig geformt mit bräunlich gemusterter Ober- und weißer Unterseite; die Mündung ist klein und liegt an der Unterseite des Gehäuses. Größe: 9 mm

Muricoidea: Muricidae, Stachelschnecken

Purpurschnecke, Hexaplex trunculus (= Trunculariopsis t.)

sehr häufig

Die Purpurschnecke kommt bei uns recht häufig vor. Trotzdem kann man eine lebendige Schnecke nur selten entdecken: Die Tiere verstecken sich zwischen den Pflanzen des Infralitorals und sind oft auch durch einen starken Bewuchs mit Algen, Schwämmen, Moostierchen usw. getarnt. Sie leben in Felsregionen ab der Wasserlinie.

Das Gehäuse der Purpurschnecke ist massig und recht groß (bis 8 cm). Die Umgänge sind getreppt mit großen, in dicken Radialrippen angeordneten Höckern und Knoten oder Stacheln an spiralförmigen Bändern. Die Schnecke besitzt einen kurzen Siphonkanal. Die Färbung ist mehr oder weniger grau; in der Mündung schimmern innen drei breite braunviolette Bänder durch.

Die Purpurschnecke ernährt sich räuberisch von Muscheln, Schnecken und ähnlichem sowie von Aas. Ihr Rüssel ist mit spitzen Zähnen bedeckt, mit denen sie ihre Beute erlegen und Löcher in Muschelschalen bohren kann. Sie sondert ein farbloses, giftiges Sekret ab, das unter Sonneneinwirkung über gelb und grün dunkelrot wird und aus dem man in der Antike und im Mittelalter den berühmten Purpurfarbstoff hergestellt hat. Zur Herstellung weniger Gramm des Farbstoffs waren die Drüsen Tausender Schnecken erforderlich, was den hohen Preis erklärt. Purpur wurde nur von Kaisern und hohen Würdenträgern getragen. Auch heute ist er noch der teuerste Farbstoff der Welt.

Hexaplex trunculus
Am Strand kann man viele Muschelschalen und Schneckengehäuse finden, die ein von einer Raubschnecke wie der Purpurschnecke eingeätztes Loch aufweisen: die Überreste einer Schneckenmahlzeit… (Die oberste Muschel hat den Angriff überlebt und das Loch wieder verschlossen!)

Hexaplex trunculus
Aus der Purpurschnecke wurde früher der kostbare Purpur-Farbstoff gewonnen. Der Körper der Purpurschnecke ist allerdings nicht purpurn gefärbt, sondern grau; die purpurne Farbe entwickelt sich erst bei der Verarbeitung.


Die Purpurschnecke kommt in zwei Formen vor, der Knotenform mit verdickten knotigen Radialrippen (rechts) und der Stachelform, bei der die Radialrippen kurze Stacheln tragen (links). Höhe: 70 mm

Herkuleskeule oder Brandhorn, Bolinus brandaris (=Murex b.)

selten, in tieferem Wasser, nur selten am Strand zu finden

Die bis zu 10 cm lange Herkuleskeule besitzt einen rundliches Gehäuse mit einem dünnen, langen, geraden Siphonkanal, so dass sie keulenförmig aussieht. Auch bei dieser Art gibt es eine Stachelform, bei der an den Radialrippen lange Faltenstacheln sitzen, und eine Knotenform mit stark verdickten, aber nicht stacheligen Rippen. Lebensweise und Ernährung sind genauso wie bei der Purpurschnecke. Die Herkuleskeule ist seltener als die Purpurschnecke. Sie findet sich oft als Beifang in Fischernetzen.

Auch die Herkuleskeule besitzt Purpurfarbstoff und wurde ebenso wie die vorige Art in der Antike in großen Mengen gefangen und zur Purpurherstellung verwertet.


Knoten- und Stachelform der Herkuleskeule. Die Mündung des Gehäuses ist oft orange gefärbt. Höhe: 65 mm

Rotmund-Leistenschnecke, Stramonita haemastoma (=Thais h.)

sehr selten

Eine weitere große Stachelschneckenart, die auf Naxos vorkommt, wenn auch nur sehr selten, ist die Rotmund-Leistenschnecke. Die intensiv orange grfärbte Mündung weist zu zweit sitzende Falten auf. Das Gehäuse ist durch schwache Knoten skulpturiert, die vor allem auf seiner Schulter liegen. Auch diese Schneckenart wurde früher zum Färben genutzt.

Stramonita haemastoma
Diese sehr schöne Schnecke mit der orangen Innenwand des Gehäuses haben wir erst einmal gefunden. Höhe: 45 mm

Muricoidea: Coralliophilidae, Korallenschnecken

Coralliophila meyendorffii

sehr selten

Diese kleine, dickwandige Schnecke lebt in Seegraswiesen. Sie kommt im Mittelmeer und im Atlantik vor.


Coralliophila meyendorffii ist eine kleine, dickwandige weiße Schnecke, deren Gehäuse durch starke Radialwülste und Spirallippen skulpturiert ist. Höhe: 30 mm

Babelomurex carinifera ?

sehr selten

Bei dieser Schnecke könnte es sich um eine junge, stachellose Form von Babelomurex carinifera handeln.


Diese Schnecke ist möglicherweise ein kleines Exemplar der Art Babelomurex carinifera, die am Gehäuse meist deutliche Stacheln trägt ähnlich wie die Stachelform der Purpurschnecke. Charakteristisch für die Art ist der deutliche Kiel etwa in der Mitte der Umgänge.

Muricoidea: Mitridae, Mitraschnecken

Mitra cornicula

recht häufig


Die Schale der Mitraschnecken ist abgerundet-spindelförmig mit schmaler Mündung mit drei deutlichen Falten auf der Innenlippe. Mitra cornicula besitzt eine gelbliche bis braune Färbung. Höhe: 16 mm

Muricoidea: Costellariidae, Falsche Mitraschnecken

Vexillum ebenus (=Mitra cornicula)

recht häufig

Die Gattung Vexillum wurde erst kürzlich aufgrund von anatomischen Merkmalen der lebenden Schnecke von der Gattung Mitra abgetrennt und trotz der großen Ähnlichkeit der Gehäuse (zusammen mit einigen kleineren Gattungen) in eine eigene Familie gestellt (Costellariidae).


Vexillum ebenus ist der vorigen Art sehr ähnlich, aber meist dunkler gefärbt. Das Gehäuse trägt einen weißlichen Spiralstreifen; die Falten an der Innenlippe sind etwas schärfer ausgebildet. Höhe: 12 mm

Vexillum granum

sehr selten


Diese kleine Art besitzt hübsche, geflämmte Spiralbänder. Höhe: 7 mm

Conoidea: Conidae, Kegelschnecken

Mittelmeer-Kegelschnecke, Conus ventricosus (=C. mediterraneus)

sehr häufig

Die Kegelschnecke wird bis zu 6 cm groß. Lebendig ist sie eher selten zu sehen, da sie sich tagsüber meist in dichten Algenbeständen oder unter Steinen aufhält. Nachts geht die Kegelschnecke auf Jagd: Sie erbeutet hauptsächlich Borstenwürmer, die sie mit ihrer pfeilartigen, spitzen Zunge, die mit einem Gift ausgestattet ist, „harpuniert“. Der Zungenpfeil kann auch zur Abwehr benutzt werden; manche tropischen Arten können sogar dem Menschen gefährlich werden.

Die Kegelschnecke hat eine konische Schale mit kurzer, flach kegelförmiger Spitze und sehr großem letzten Umgang, der nach unten hin gleichmäßig umgekehrt kegelförmig zuläuft. Die Mündung ist schmal langgestreckt mit einer kurzen, breiten Siphonalrinne.

Conus ventricosus
Die Mittelmeer-Kegelschnecke wird zum unteren Ende hin kegelförmig schmaler.


Die Färbung der Mittelmeer-Kegelschnecke ist variabel; am häufigsten ist eine olivgrüne Farbe mit feiner Fleckung, aber es kommen auch dunkellila, rötliche und gelbliche Exemplare vor. Die meisten Gehäuse tragen einen weiße Spiralstreifen etwa in der Mitte. Die Spitze kann mehr oder weniger stark hervorragen. Höhe: 33 mm

5. Unterklasse Pulmonata, Lungenschnecken

Trimusculoidea: Trimusculidae

Trimusculus mammillaris

sehr selten

Die Angehörigen der Gattung Trimusculus sehen den Napfschnecken ähnlich: Ihr Gehäuse ist nicht spiralig, sondern schalenförmig.


Die kleine Art Trimusculus mammillaris besitzt eine napfförmige, weiße, an der Spitze abgerundete und glänzende Schale mit einer feinen gitterartigen Skulpturierung. Größe: 13 mm

6. Unterklasse Opisthobranchia, Hinterkiemer

Die Hinterkiemer umfassen hauptsächlich Nacktschnecken sowie auch einige Schnecken mit rückgebildetem oder so kleinem Gehäuse, dass sich das Tier nicht ganz darein zurückziehen kann.

Cephalaspidea: Bulloidae, Blasenschnecken

Zu dieser Gruppe gehören Schnecken mit meist kleinen Schalen, in die sie sich nicht vollständig zurückziehen können. Der letzte Umgang des Gehäuses ist vergleichsweise sehr groß; oft ist das Gewinde an der oberen Spitze nabelartig eingesenkt und die Mündung zieht sich über die ganze Länge des Gehäuses. Die Blasenschnecken leben auf Sandböden.

Bulla striata

selten

Bulla striata
Diese Schnecke besitzt ein bräunliches Gehäuse mit eingesenkter oberer Spitze und unten abgerundeter Mündung. Sie ist bei uns nur selten zu finden. Höhe: 17 mm

Cephalaspidea: Haminoeidae, Atys-Blasenschnecken

Aliculastrum cylindricum (=Atys cylindricus)

sehr selten

Aliculastrum cylindricum
Bei dieser zarten, sehr kleinen Art mit durchschimmerndem, weißen Gehäuse handelt es sich um Aliculastrum cylindricum. Höhe: 10 mm

Umbraculoidea

Regenschirmschnecke, Umbraculum umbraculum

sehr selten

Die Regenschirmschnecken sind Nacktschnecken, die in der Mitte des Körpers eine stark zurückgebildete Schale tragen, die nur einen kleinen Teil des bis über 10 cm großen Körpers abdeckt. Der Körper der Schnecke ist mit dicken Warzen bedeckt und kann ziemlich unterschiedlich gefärbt sein. Die Regenschirmchnecke ist nachtaktiv und lebt meist in flachem Wasser, aber auch in bis über 100 m Tiefe auf Fels- oder Schlammböden. Sie kommt im Mittelmeer, im mittleren Atlantik und im indopazifischen Raum vor. Die europäische Form wird oft als U. mediterraneum bezeichnet; es ist noch ungeklärt, ob es sich um eine eigene Art handelt.

Die Schale der Regenschirmschnecke ähnelt der einer Napfschnecke. Sie ist kaum gewölbt und trägt nur eine kleine Spitze in der Mitte, die nicht spiralig ist. Von der Oberseite sind die Schalen weißlich mit konzentrischer „Blätterung“; die Innenseite ist glänzend weiß, gelblich oder, wie hier, bräunlich.


Diese muschelähnlichen Schalen sind das stark rückgebildete Gehäuse der Regenschirmschnecke. Sie sitzen wie ein Hütchen, oft von Algen überwachsen, auf der Mitte des wesentlich größeren Körpers der Nacktschnecke. Größe: 39 mm

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siehe auch:

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Zum Weiterlesen:

Liste der bislang bestimmten Arten, taxinomisch angeordnet (nach WoRMS 2013)

Klasse Gastropoda (Schnecken)

  • Unterklasse Patellogastropoda
    • Überfamilie Patelloidea
      • Familie Patellidae, Napfschnecken
        • Patella caerulea
        • Patella rustica
  • Unterklasse Vetigastropoda
    • Überfamilie Haliotoidea
      • Familie Haloitidae, Meerohren
        • Haliotis tuberculata, Meerohr
        • Haliotis mykonosensis
    • Überfamilie Fissurelloidea
      • Familie Fissurellidae, Lochschnecken
        • Diodora gibberula
        • Diodora italica
        • Emarginula huzardii
        • Emarginula octaviana
        • Emarginula sicula
    • Überfamilie Trochoidea
      • Familie Trochidae, Kreiselschnecken
        • Gibbula adansoni
        • Gibbula ardens
        • Gibbula divaricata
        • Gibbula rarilineata, Spärlichgezeichnete Buckelschnecke
        • Gibbula turbinoides
        • Gibbula umbilicaris, Weitgenabelte Buckelschnecke
        • Gibbula varia
        • Jujubinus curinii ?
        • Jujubinus exasperatus
        • Jujubinus karpathoensis
        • Clanculus corallinus
        • Clanculus cruciatus
        • Clanculus jussieui
        • Phorcus turbinatus, Würfelturban
        • Phorcus articulatus
        • Phorcus richardi ?
        • Calliostoma laugieri
      • Familie Turbidae, Turbanschnecken
        • Bolma rugosa, Stachelschnecke, Roter Runzelstern
    • Überfamilie Phasianelloidea
      • Familie Phasianellidae, Fasanenschnecken
        • Tricolia pullus, Hühnchen-Fasanenschnecke
        • Tricolia speciosa
      • Familie Colloniidae
        • Homalopoma sanguineum
  • Unterklasse Neritimorpha
    • Überfamilie Neritoidea
      • Familie Neritidae, Nixenschnecken
        • Smaragdia viridis, Smaragdgrüne Nixenschnecke
  • Unterklasse Caenogastropoda, Ordnung Caenogastropoda
    • Überfamilie Cerithoidea
      • Familie Cerithiidae, Hornschnecken
        • Cerithium lividulum
        • Cerithium vulgatum, Nadelschnecke
        • Bittium latreillii
        • Bittium reticulatum
      • Familie Turritellidae, Turmschnecken
        • Turritella communis, Gemeine Turmschnecke
  • Unterklasse Caenogastropoda, Ordnung Littorinimorpha
    • Überfamilie Vermetoidea
      • Familie Vermetidae, Wurmschnecken
        • Thylacodes arenarius (=Serpulorbis a.), Große Wurmschnecke
        • Vermetus triquetrus, Dreikant-Wurmschnecke
        • Dendropoma petraeum
    • Überfamilie Calyptroidea
      • Familie Calyptraeidea, Pantoffelschnecken
        • Crepidula unguiformis
    • Überfamilie Cypraeoidea
      • Familie Cypraeidae, Porzellanschnecken
        • Luria lurida, Porzellanschnecke, geschützt!
        • Erosaria spurca, Fleckenkauri
    • Überfamilie Littorinoidea
      • Familie Littorinidae, Strandschnecken
        • Melaraphe neritoides, Zwergstrandschnecke
    • Überfamilie Naticoidea
      • Familie Naticidae, Nabelschnecken
        • Neverita josephinia, Mondschnecke
        • Euspira guilleminii
        • Euspira intricata
        • Naticarius hebraeus, Hebräische Nabelschnecke
        • Naticarius stercusmuscarum, Gepunktete Nabelschnecke
        • Notocochlis dillwynii
    • Überfamilie Stromboidea
      • Familie Strombidae, Flügelschnecken
        • Conomurex persicus, Persische Flügelschnecke
      • Familie Aporrhaidae
        • Aporrhais pespelecani, Gewöhnlicher Pelikanfuß
    • Überfamilie Tonnoidea
      • Familie Cassidae, Helmschnecken
        • Semicassis granulata undulata, Gewellte Helmschnecke
      • Familie Tonnidae, Tonnenschnecken
        • Tonna galea, Tonnenschnecke
      • Familie Ranellidae, Tritonshörner
        • Charonia variegata, Unterschiedliches Tritonshorn
    • Überfamilie Rissooidea
      • Familie Barleeiidae
        • Barleeia unifasciata
      • Familie Rissoidae
        • Alvania discors
        • Alvania lineata
        • Rissoa violacea
    • Überfamilie Velutionoidea
      • Familie Triviidae
        • Trivia mediterranea
        • Niveria problematica
    • Überfamilie Epitonioidea
      • Familie Epitoniidae, Wendeltreppen
        • Epitonium clathrus, Gemeine Wendeltreppe
        • Epitonium lamellosum, Blättrige Wendeltreppe
        • Epitonium turtonis, Turtons Wendeltreppe
  • Unterklasse Caenogastropoda, Ordnung Neogastropoda
    • Überfamilie Buccinioidea
      • Familie Buccinidae, Wellhornschnecken
        • Pisania striata, Klipphorn
        • Pollia dorbignyi, D’Orbignys Klipphorn
        • Euthria cornea, Spindelhorn
      • Familie Columbellidae, Täubchenschnecken
        • Columbella rustica, Täubchenschnecke
        • Mitrella scripta
      • Familie Fasciolariidae, Spindelschnecken
        • Tarentinaea lignarius, Tarentinisches Spindelhorn
        • Fusinus syracusanus, Sizilianische Spindelschnecke
      • Familie Nassaridae, Reusenschnecken
        • Nassarius mutabilis, Wandelbare Reuse
        • Nassarius incrassatus, Dicklippige Netzreusenschnecke
        • Nassarius cuvierii
        • Cyclope pellucida
    • Überfamilie Muricoidea
      • Familie Muricidae, Stachelschnecken
        • Hexaplex trunculus (Trunculariopsis t.), Purpurschnecke
        • Bolinus brandaris (Murex b.), Herkuleskeule
        • Stramonita haemastoma, Rotmund-Leistenschnecke
        • Ocinebrina aciculata, Schuppige Leistenschnecke
      • Familie Coralliphilidae, Korallenschnecken
        • Coralliophila meyendorfii
      • Familie Costellariidae, Falsche Mitraschnecken
        • Vexillum ebenus
        • Vexillum granum
    • Familie Mitridae, Mitraschnecken
      • Mitra cornicula
  • Überfamilie Conoidea
    • Familie Conidae, Kegelschnecken
      • Conus ventricosus, Mittelmeer-Kegelschnecke
    • Familie Mangeliidae
      • Bela cycladensis
  • Unterklasse Heterobranchia
    • Überfamilie Architectonicoidea
      • Familie Architectonicidae, Sonnenuhren
        • Philippia hybrida
    • Überfamilie Trimusculoidea
      • Familie Trimusculidae
        • Trimusculus mammillaris
  • Unterklasse Opisthobranchia, Ordnung Cephalaspidea
    • Überfamilie Bulloidea
      • Familie Bullidae, Blasenschnecken
        • Bulla striata
    • Überfamilie Haminoeoidea
      • Familie Haminoeidae, Atys-Blasenschnecken
        • Aliculastrum cylindricus
  • Unterklasse Opisthobranchia, Ordnung Umbraculida
    • Überfamilie Umbraculoidea
      • Familie Umbraculidae, Regenschirmschnecken
        • Umbraculum umbraculum, Regenschirmschnecke

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