Käferschnecken

Der Stamm der Weichtiere (Mollusken) umfasst mehrere Klassen, unter denen die Muscheln, die Schnecken und die Kopffüßler (Tintenfische) die wichtigsten und bekanntesten sind. Es gibt jedoch noch eine Reihe weiterer Klassen, so die Käferschnecken (Polyplacophora). Die Käferschnecke n sind eine sehr alte Tiergruppe, die auch in vielen fossilen Formen bekannt sind. Heute gibt es etwa 900 Arten, die ausschließlich im Meer leben.

Die Käferschnecken sind in vielen Aspekten den Schnecken ähnlich, tragen jedoch auf dem Rücken acht querverlaufende, schmale Schalenplatten, die am Rand von einem rundumlaufenden Gürtel umgeben sind. Die Schalenplatten weisen ein charakteristisches Relief auf, beispielsweise eine feine Körnung, einen längsverlaufenden Kiel oder voneinander abgesetzte Mittel- und Seitenfelder. Die Schale ist im Gegensatz zu der der Schnecken lebendiges Gewebe und mit Sinnesorganen ausgestattet (beispielsweise Tastsinn und einfaches Sehvermögen durch winzige, durchscheinende Aragonit-Kristalle, unter denen lichtempfindliche Zellen liegen). Die Färbung der Käferschnecken ist meist variabel.

Käferschnecken gehören zu den unauffälligeren, schwer zu entdeckenden Meerestieren. Sie sind klein, meist um ein bis zwei Zentimeter lang. Aufgrund ihrer Tarnfärbung sind sie schwer zu entdecken. (Das trifft allerdings nur auf die bei uns heimischen Käferschnecken zu; anderswo gibt es bis 45 cm große und oft sehr farbenfreudige Arten). Häufig sitzen die Käferschnecken tagsüber unter Steinen oder in den Zwischenräumen der Kalkalgen. Sie kommen in der Gezeitenzone sowie in geringer Wassertiefe vor, vor allem auf mit Algen bewachsenem Felsuntergrund. Sie bewegen sich nur sehr langsam durch Umherkriechen. Wenn man sie von der Unterlage ablöst, rollen sie sich langsam zusammen. Käferschnecken ernähren sich ebenso wie die Napfschnecken von inkrustierten Algen oder Blaualgen, die sie mit ihrer Raspelzunge abschaben, die mit kleinen „Zähnchen“ mit eingelagertem Magnetit besetzt ist. Die Larven leben für kurze Zeit freischwimmend im Plankton.

Käferschnecken sind nicht einfach zu bestimmen; die Färbung ist variabel und die Struktur der Schalenplatten ist nur mit einer Lupe einigermaßen zu erkennen. So ist auch die Bestimmung der zwei hier vorgestellten Arten nicht vollständig sicher.

Lepidochitona cinerea

Die kleine Käferschnecke Lepidochitona cinerea besitzt einen breiten, körnigen Gürtel, der meist abwechselnd schwarz und weiß gefärbt ist. Auch die Schalenplatten sind körnig. Die Färbung ist sehr variabel. Sie ist eine der häufigsten Arten im Mittelmeer und im europäischen Atlantik.

Lepidochitona cinerea
Hier sieht man deutlich die körnige Struktur der Schalenplatten und des umlaufenden Gürtels, der am Rand einen dichten Kranz feiner Stachelfortsätze trägt.

Lepidochitona cinerea
Käferschnecken sind in ihrer natürlichen Umgebung schwer zu entdecken, weil sie in ihrer Färbung dem Untergrund stark ähneln.

Lepidochitona cinerea
Käferschnecken leben in der Gezeitenzone und auf Felsuntergrund in eher geringer Wassertiefe.

Lepidochitona cinerea
Hier ein Exemplar mit schwarzen Flecken.

Lepidochitona cinerea
Wenn man sie vom Felsuntergrund ablöst, rollen sich die Käferschnecken langsam zusammen.

Lepidochitona cinerea
Hier von der Unterseite; der Körper ähnelt von unten sehr dem einer Napfschnecke.

Chiton olivaceus

Auch die Art Chiton olivaceus ist im Mittelmeer häufig anzutreffen. Sie ist bräunlich gefärbt und besitzt auffällig gestreifte Schalenplatten.

Chiton olivaceus
Diese Käferschnecke besitzt eine auffällige Streifung auf den Schalenplatten.

Chiton olivaceus
Die Hauptplatten sind längs-, die Seitenplatten quer gestreift. Der Gürtel ist fein punktiert.

Chiton olivaceus
Ein hübsches Tier und ein ziemlich erstaunliches Lebenwesen!

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