Die Geologie

Geologische Vorgänge spielen sich in für uns fast unvorstellbar langen Zeiträumen ab. Um aus den heute an der Oberfläche der Erde liegenden Gesteinen auf die geologischen Vorgänge, die eine Landschaft erzeugt haben, zurückschließen zu können, ist wahre Detektivarbeit erforderlich. Mit raffinierten Methoden können die Geologen aus der Struktur, der Lage, der mineralischen Zusammensetzung der Gesteine usw. viele Erkenntnisse über die geologische Vergangenheit und die Entstehung einer Region erhalten.

Die Ägäis ist kein Ozean sondern ein größtenteils im Meer versunkener Teil des europäischen Kontinents. Ihre zahlreichen Inseln sind die aus dem Wasser ragenden höchsten Gipfel eines Gebirges, das wie die übrigen Bergzüge Griechenlands und des Balkanraumes zum großen Gebirgssystem der Alpen und des Himalajas gehört. Es handelt sich um ein junges, noch im Wachstum begriffenes Falten- und Deckengebirge, das durch die Kollision von Afrika und Indien mit Eurasien entsteht.

Die Ägäis nimmt innerhalb dieses Gebirgssystems aufgrund der ungewöhnlichen geologischen Situation, die zu ihrer Entstehung geführt hat, eine Sonderstellung ein. Auf Naxos können entsprechend geologische Vorgänge studiert werden, die auf der Erde nur selten anzutreffen sind. Darum ist die Insel für die Geologen von besonderem Interesse.

Naxos ist aus unterschiedlichen Gesteinen aufgebaut. Ein großer Teil der Insel besteht aus Marmor, aber auch Schiefer sind weitverbreitet. Im Inselinnern und im Westen treten außerdem granitähnliche Gesteine auf. Die als Sedimente entstandenen Marmore und Schiefer sind im Zuge der Gebirgsbildung durch mehrere Metamorphosen umgestaltet worden, bei denen charakteristische Mineralien entstanden sind.

Im Laufe der Jahrmillionen werden die Kontinente unentwegt umgestaltet. Die Insel Naxos existiert in ihrer heutigen Form erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit. Es erscheint fast unmöglich zu ermitteln, woher die Gesteinsschichten, die die Insel aufbauen, stammen und wie ihre Geschichte im Laufe der Jahrmillionen seit ihrer Entstehung verlaufen ist. Dennoch haben die Geologen erstaunlich genaue Vorstellungen über die Entwicklung des Ägäisraumes entwickelt. Für den Laien ist es jedoch sehr schwer, diese theoretischen Erkenntnisse auch im Feld nachzuvollziehen. Trotzdem: Es ist einen Versuch wert!


Der Gipfel des Zeus besteht aus dicken Marmorschichten.


Marmor entsteht durch Metamorphose aus sedimentiertem Kalk.


Schiefer bei Apóllonas


Kristalliner Schiefer bei Azalás


Im Inselinnern ist ein Migmatit-Dom freigelegt.


Er besteht vor allem aus Gneis.


Im Westen der Insel steht ein Granodiorit an.


Glimmerschiefer an den Schmirgelvorkommen

Kap Stavros
Das Kap bei Moutsouna besteht aus jungen, noch kaum verfestigten Flusssedimenten.

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