Seegurken

Seegurken sehen nicht besonders attraktiv aus; sie sind geradezu häßlich und wirken langweilig und uninteressant. Dennoch spielen diese Tiere eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem des Meeres und sollten von uns nicht unterschätzt oder vernachlässigt werden.

Die Seegurken (oder Seewalzen, Klasse Holothuroidea) sind Verwandte der Seeigel und Seesterne, mit denen sie zusammen den Stamm der Stachelhäuter (Echinodermata) bilden. Sie sehen ihnen allerdings auf den ersten Blick nicht gerade ähnlich: Seegurken wirken wie langgestreckte, dicke Würmer. Wenn man genauer hinschaut, sieht aber Merkmale, die sie mit ihnen gemein haben, wie das Ambulacral-System mit den Ambulacral-Füßchen an der Bauchseite, mit deren Hilfe sie langsam kriechen können. Sie besitzen eine ledrige, dicke Haut mit kleinen stachelartigen Fortsätzen, die der der Seesterne ähnlich ist. Das Endoskelett der übrigen Stachelhäuter ist bei ihnen zu kleinen, in die Haut eingelagerten Kalknadeln reduziert. Die Atmung erfolgt bei vielen Seegurken über „Wasserlungen“, die sich aus Ausstülpungen des Darms gebildet haben. Die für die Stachelhäuter so typische fünfstrahlige Symmetrie sieht man bei den Seegurken nur noch in ihrem inneren Aufbau.


Hier sieht man die Unterseite einer Seegurke mit den teilweise eingezogenen Ambulacralfüßchen, mit denen die Seegurke sich fortbewegt.

Seegurken ernähren sich, indem sie das Sediment vom Meeresboden mit ihrer Mundöffnung aufnehmen, die organischen Bestandteile darin verdauen und den Sand wieder ausscheiden. Sie sind also sozusagen die Müllentsorger des Meeres. Sie sind unempfindliche und anpassungsfähige Organismen und treten in vielen Gegenden massenhaft auf. Auch in stärker belasteten Bereichen des Mittelmeeres kommen sie vor und sind oft die häufigsten Tiere der Makrofauna. In den Tiefseebereichen leben sie natürlicherweise in großer Anzahl und stellen dort bei weitem den überwiegenden Anteil der Tierwelt. Weltweit sind etwa 1200 Arten bekannt. Seegurken erreichen je nach Art eine Größe von einem Millimeter bis zwei Metern.


Seegurken ernähren sich, indem sie das Sediment vom Meeresboden aufnehmen, die organischen Bestandteile darin verdauen und den Sand in typischen „Kotwürmern“ wieder ausscheiden. Sie sind die „Müllabfuhr“ des Meeres.

Holothuria sanctori

Die Bestimmung von Seegurken ist schwieriger als man denken sollte. Bei den Seegurken, die ich bei uns gefunden habe, handelt es sich größtenteils vermutlich um Holothuria sanctori, eine in wärmeren Regionen vorkommende Art, die oft schon im flachen Wasser anzutreffen ist. Sie besitzt oft auffällige weiße Flecken um die stacheltragenden Warzen auf der Oberfläche herum.

Wenn sie gereizt wird, stößt Holothuria sanctori die sogenannten Cuvier’schen Schläuche aus, weiße, Spinnweben-ähnliche Fäden. Sie kann sogar ihre Eingeweide ausscheiden, die aber später wieder nachwachsen.


Bei den meisten Seegurken in unserer Gegend handelt es sich vermutlich um Holothuria sanctori.


Diese Art besitzt oft auffällige helle Flecken um die großen Warzen auf ihrer Haut.


Bei Störung kann Holothuria sanctori endlos die merkwürdigen Cuvier’schen Schläuche ausstoßen.


Die Schläuche bilden eine Art weißes Gespinst, das den Angreifer ablenken oder verkleben soll.

Röhrenseegurke, Holothuria tubulosa

Diese Art ist bei uns deutlich seltener als H. sanctori. Sie unterscheidet sich an ihrer einheitlich dunkelbraunen Färbung und den dicken, kegelförmigen Warzen. Diese Art ist steifer als die vorige und scheidet keine Cuvier’schen Schläuche ab.


Die Röhrenseegurke ist dunkelbrau gefärbt mit dicken, kegelförmigen Warzen.

Braune Seegurke, Holothuria stellati ?

Die bei uns nur selten anzutreffende Braune Seegurke besitzt eine glattere Oberfläche als die Röhrenseegurke; die Warzen sind wesentlich kleiner. Nach manchen Untersuchungen handelt es sich bei der Braunen Seegurke nicht um eine eigenständige Art, sondern um junge Exemplare der Röhrenseegurke.


Hier handelt es sich vermutlich um Holothuria stellati.

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