Seepocken

Wer an einer Felsküste Seepocken sieht, der wird bei ihrem Anblick kaum auf die Idee kommen, dass es sich bei ihnen um enge Verwandte der Krebse handelt. Sie gehören aber tatsächlich zum Unterstamm der Krebstiere: Gemeinsam mit den Entenmuscheln und manchen parasitischen Formen bilden sie die Unterklasse der Rankenfüßer.

Sternseepocke

Seepocken sind sessile, das heißt festsitzende Tiere, die in einem kegelförmigen Gehäuse aus Kalkplatten sitzen, dessen offene Spitze mit beweglichen Kalkplättchen verschlossen wird. Wenn sie sich öffnen, strecken sie kleine „Rankenfüßchen“, die umgestalteten Beine, hervor und benutzen diese dazu, einen Wasserstrom zu erzeugen, durch den das Plankton, von dem sie sich ernähren, herbei gestrudelt wird. Seepocken sind meist Zwitter. Überraschenderweise haben sie trotz ihrer sessilen Lebensweise eine innere Befruchtung – was dazu führt, dass sich nur recht nah beieinander sitzende Seepocken befruchten können (obwohl sie unter die Tiere mit den relativ längsten Penissen fallen). Allerdings kommt teilweise auch Selbstbefruchtung vor, damit dieses Problem überwunden wird. Die zahlreichen Eier bleiben zunächst im Muttertier und werden erst als kleine Larve freigesetzt. Nach einem planktischen Larvenstadium von einigen Wochen Dauer setzen sich die noch schalenlosen Jungtiere fest und durchlaufen eine Metamorphose, bei der die erste Antenne zum Anheftungsorgan umgewandelt wird und die Schalen abgesondert werden. Der Klebestoff, mit dem sich die Seepocken am Untergrund festheften, gehört zu den stärksten Klebern überhaupt.

Seepocken sind mit ihrem harten Gehäuse sehr widerstandsfähig gegen Wellenschlag sowie gegen Trockenheit und Wärme. So sind sie gut an die Umweltbedingungen in der Spritzwasserzone angepasst. Bei uns kommen sie bevorzugt an schattigen Plätzen und in Felsritzen direkt an der Wasserlinie vor. Seepocken sind überhaupt hier auf Naxos nicht sehr häufig, was möglicherweise auf das begrenzte Angebot an Plankton zurückzuführen ist.

Sternseepocke, Chthamalus stellatus

Bei uns tritt gewöhnlich die im Mittelmeer sehr häufige Sternseepocke auf, die an der geschwungenen Trennlinie zwischen ihren Verschlussklappen und dem sternförmigen Umriss zu erkennen ist; die Unterscheidung von verwandten Arten ist allerdings nicht einfach.

Sternseepocke

Sternseepocken auf einer Felsenkrabbe
Seepocken wachsen nicht nur auf Felsen, sondern auch auf Tieren wie Schnecken und Muscheln oder hier einer Felsenkrabbe.

Balanus trigonus

Nur einmal bislang habe ich (an einer Muschelschale) die Art Balanus trigonus gefunden, die an der Form der Kalkplatten und der dreieckigen Öffnung zu erkennen ist.


Balanus trigonus besitzt eine dreieckig geformte Öffnung.


Die Kalkplatten des „Gehäuses“ sind rötlich gefärbt.

Balanus perforatus ?

Bei dieser Art mit sehr steilem, vulkanartigem „Gehäuse“ mit gleichmäßigen Rillen auf den Kalkplatten und kleiner Öffnung handelt es sich möglicherweise um Balanus perforatus.


Balanus perforatus besitzt ein steiles, „vulkanartiges“ Gehäuse; die Bestimmung ist nicht sicher.


Balanus perforatus bevorzugt schattige Plätze unter der Wasserlinie.

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