Wolkenformen


Zirruswolke über dem Kap (Cirrus uncinus)


Cumulus humilis


Cumulonimbus-Wolke im Abendlicht


Bewölkung aus verschiedenen Wolkenformen mit Nebensonne

Bei der Bestimmung von Wolken muss man beachten, dass die Übergänge zwischen zwei verwandten Wolkenformen stets fließend sind, so dass die genaue Abgrenzung nur eine Frage der Definition ist. Oft ist es schwierig, ein eindeutig einzuordnendes, typisches „Beispielexemplar“ zu finden; die meisten Wolken sind tatsächliche Mischformen.

Wolkenatlas zum Nachschlagen:

Wer möchte, kann sich alle Wolkenbilder in diesem Wolken-Fotoalbum anschauen!

1. Cirrus-Wolken

Beschreibung: Schleierförmige, dünne Wolken aus Eiskristallen (-40 bis -70°C) in großer Höhe (ab 6 Kilometer). Häufig zu beobachten, vor allem im Winter, aber auch im Sommer.

Auftreten:

  • bei gutem, stabilen Wetter: verstreute Zirren in kräftig blauem Himmel, die sich nicht deutlich verdichten oder bald wieder auflösen
  • als Überbleibsel sich auflösender niedriger Bewölkung zum Beispiel nach dem Durchzug eines Tiefdruckgebietes
  • beim Schlechtwetter-Aufzug als erste Vorboten der Wetteränderung an der Grenze zwischen der bodennahen Kaltluft und der in großen Höhen schon eingetroffenen feuchten Warmluft; in diesem Fall erst dünne Zirren, die sich schnell verdichten zu einer durchscheinenden Cirrostratus-Schicht, dann Altostratus, dann Nimbostratus/Cumulonimbus
  • als stark entwickelter Amboss vor einer aufziehenden Cumulonimbus incus-Wolke
  • durch schnelles Aufquellen warmer Luft in große Höhen (Cirrocumulus), auch an Turbulenzen zwischen zwei verschieden warmen Luftschichten

Formen:
1. a: Cirrus uncinus: hakenförmig; ausfallende Eiskristalle werden von starken Höhenwinden verweht
1. b: Cirrus fibratus: federförmig (vertebratus=grätenförmig)
1. c: Cirrus radiatus: strahlenförmig
1. d: Cirrocumulus: haufenförmig, ohne Schattenränder
1. e: Cirrocumulus floccus: flockig
1. f: Cirrocumulus undulatus: wellenförmig
1. g: Cirrostratus: schichtförmig, durchscheinend, Sonne dahinter erkennbar, oft Halo-Erscheinungen


Cirrus uncinus


Cirrus fibratus


Cirrus fibratus


Cirrus radiatus


Cirrocumulus floccus


Cirrocumulus floccus


Cirrocumulus undulatus


Cirrus als stark entwickelter Amboss vor einer Cumulonimbus-Wolke


Cirrostratus


Cirrostratus mit durchscheinender Sonne

Hier geht es weiter über: Halo-Leuchterscheinungen

2. Mittelhohe Wolken

Beschreibung: in 2 bis 6 Kilometern Höhe entwickelte Wolken; dichter als Zirrus, mit Schattenrändern. Mittelhohe Wolken spielen auf Naxos eine eher geringe Rolle und sind vergleichsweise selten zu beobachten.

Auftreten:

  • beim Schlechtwetter-Aufzug: mittelhohe Wolken folgen den Cirrostratus-Wolken, wenn die Warmfront auch in tieferen Schichten eintrifft (Altostratus)
  • als Quellbewölkung oder an den Turbulenzen zwischen zwei verschieden warmen Luftschichten (Altocumulus)
  • als meist kurzlebige Überbleibsel sich auflösender Cumulus-Wolken

Formen:
2. a: Altocumulus: haufenförmig, mit dunklen Schattenrändern
2. b: Altocumulus floccus: hohe Schäfchenwolken, flockig
2. c: Altocumulus undulatus: wogenförmig
2. d: Altostratus: mehr oder weniger dichte, durchscheinende oder graue Wolkenschicht


Altocumulus floccus


Altocumulus undulatus


Altostratus

3. Niedrige Wolken und Wolken mit starker vertikaler Entwicklung


Cumulonimbus capillatus


Cumulus congestus


Nimbostratus

Beschreibung: Wolken mit einer Untergrenze von weniger als 2 Kilometern.
Die flachen Wolkenformen Stratocumulus und vor allem Stratus treten auf Naxos nur selten auf. Häufig kommen dagegen Cumulus- und Cumulonimbus-Wolken vor (im Winterhalbjahr).

Auftreten:

  • bei Konvektionswetterlagen: durch das Aufsteigen warmer Luftblasen bei Schönwetterlagen über stärker erwärmten Landflächen; diese Cumulus-Wolken haben eine scharfe Untergrenze und eine blumenkohlartige Oberseite
  • beim Aufsteigen feuchter Luftschichten an einem Gebirge, als Staubewölkung (Stratocumulus oder Cumulonimbus, oft als Wolkenkappe
  • beim Schlechtwetter-Aufzug an der Warmfront eines Tiefdruckgebietes, wenn die Warmluft über der Kaltluft in die Höhe gleitet: als niedrige Nimbostratus-Schicht oder Cumulonimbus-Wolken
  • an der Kaltfront eines Tiefdruckgebietes, wenn die Kaltluft sich über der warmen Landfläche stark erwärmt und in die Höhe quillt, sowie wenn die feuchte Warmluft durch den Kontakt mit der Kaltluft abgekühlt wird (Cumulonimbus)
  • an den Turbulenzen zwischen zwei verschieden warmen Luftschichten (Stratocumulus)

Formen:
3. a: Cumulus humilis: niedrige, höchstens wenige hundert Meter breite Haufenwolke; auf Naxos eher selten
3. b: Cumulus mediocris: quellende, mittelgroße Haufenwolke; bis um einen Kilometer breit
3. c: Cumulus congestus: hoch reichende, große, kräftig quellende Haufenwolke, blumenkohlartige Oberfläche
3. d: Cumulonimbus: Haufenwolke, aus der es regnet
3. e: Cumulonimbus calvus: in ihren oberen Teilen vereiste Cumulonimbus-Wolke, mit glatten Strukturen
3. f: Cumulonimbus capillatus: wie oben, mit faserigen Strukturen
3. g: Cumulonimbus incus: Gewitterwolke mit Ambossbildung durch an der Tropopause seitlich ausweichende aufquellende Warmluft

Entwicklung einer Cumulonimbus incus-Wolke, innerhalb etwa einer halben Stunde

3. h: Cumulonimbus mamma: selten bei schweren Gewittern im Randbereich der Cumulonimbus-Wolke auftretende Wolkenform mit charakteristischen glatten, rund herunterhängenden „Regensäcken“
3. i: Stratocumulus: flache, meist zusammenfließende Haufenwolken, auf Naxos selten
3. j: Stratus: niedrige, geschlossene Wolkenschicht, eventuell Sprühregen; kommt auf Naxos nur sehr selten vor
3. k: Stratus fractus: kleine Wolkenfetzen
3. l: Nimbostratus: hoch reichende, dicke, graue Wolkenschicht mit Regenfall; auf Naxos selten: Nimbostratus-ähnliche Wolken müssen meist als Cumulonimbus eingestuft werden.


Cumulus humilis


Cumulus humilis


Cumulus mediocris


Cumulus mediocris – C. congestus


Cumulus congestus


Cumulonimbus capillatus


Cumulonimbus capillatus


Cumulonimbus incus


Cumulonimbus incus


Cumulonimbus mamma


Stratocumulus


Stratus fractus


Nimbostratus


lockerer Stratus


Stratus


Gelegentlich werden aus Afrika große Mengen an Saharastaub nach Griechenland getragen, die einen dichten, gelblichen Dunst hervorrufen, der wie hier im Abendlicht besonders beeindruckend erscheint.

siehe auch:

Zum Weiterlesen:

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