Bat Cave

Dieses Jahr sind wieder Fledermaus-Forscher auf Naxos, diesmal unter dem englischen Ökologen und Fledermaus-Spezialisten Geoff Billington. Ich begleite die Fledermaus-Forscher auf ihrem Ausflug zur Höhle Kakó Spílaio, der „Schlechten Höhle“ oder „Bad Cave“, die wir bei dieser Gelegenheit in „Bat Cave“ umtaufen. Die Wanderung zur Kakó Spílaio und das Innere der Höhle, jedenfalls der vorderen drei Kammern, habe ich schon an anderer Stelle beschrieben:

Zur Höhle Kako Spilaio am Koronos-Berg
Die Höhle Kako Spilaio

Alle Fotos sind von Geoff Billington und seinen Mitarbeitern, denen ich an dieser Stelle sehr herzlich für das Erlebnis, die Fotos und die Informationen danken möchte.


vor dem Höhleneingang


Der Höhlenboden ist in den vorderen Bereichen dick mit Ziegenmist bedeckt. In der vorderen, recht großen, aber niedrigen Kammer finden wir nur zwei Fledermäuse (Große Hufeisennasen).


In der zweiten, kleinen Kammer hängen über 20 Große Hufeisennasen an der Decke.


Die Große Hufeisennase ist eine der häufigsten Fledermäuse auf Naxos.


Hier sieht man den merkwürdigen Nasenaufsatz, der dieser Gattung zu ihrem Namen verholfen hat.


Alle Fledermäuse werden abgenommen, das Geschlecht und das ungefähre Alter bestimmt (Jungtier oder Adult), und dann werden sie wieder an die Höhlendecke gehängt. Das ist manchmal nicht so einfach – die Tiere haben oft etwas Mühe, sich am glatten Fels festzuklammern.


In der zweiten Kammer finden sich ebenfalls gut zwanzig Fledermäuse. Auch hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Große Hufeisennasen. Die meisten der Tiere sind Weibchen, etwa zur Hälfte Jungtiere und ausgewachsene Tiere.


Wir finden nur eine einzige Fledermaus von einer anderen Art: ein Balkan-Langohr (Plecotus kolombatovici). Diese Art besitzt keinen Nasenaufsatz und hat sehr lange Ohren, die über halb so lang sind wie der Körper.

Von der dritten Kammer aus geht es, mehr oder weniger auf dem Bauch kriechend durch einen niedrigen Durchgang, über dem der Fels wie ein Vorhang herabhängt, in die vierte Kammer, die ein bisschen größer ist als die zweite und dritte. Von ihrem hintersten Teil aus kann man nach links (Osten) durch einen sehr kleinen, etwa quadratischen Durchschluft noch einmal in eine größere Kammer gelangen. Nach rechts (Westen) führt ein ebenfalls sehr schmaler, gewundener Gang mehrere Meter hinab bis zur letzten Kammer, die mit etwa 45 Metern Länge auch die größte ist. Hier kann man jedoch nur hinab, wenn man dafür ausgerüstet ist: Man muss auf dem Bauch durch den sehr engen Gang mit toniger, feuchter Erde rutschen. Unsere Fledermausforscher sind nicht nur mit Helmen, sondern auch mit wasserdichten Overalls ausgestattet, und lassen sich vom Matsch nicht abschrecken. In der letzten Kammer finden sie zwar nur wenige Fledermäuse, aber dafür den kleinen See am Ende der Höhle.


In der letzten, größten Kammer, die man nur durch einen mehrere Meter langen, sehr engen Gang, auf dem Bauch im Matsch rutschend, erreichen kann, finden die unerschrockenen Forscher endlich auch den kleinen See, von dem wir schon gehört und gelesen hatten.

Hier wieder zurück im Tageslicht. Es ist den Biologen anzusehen, dass man für Ausflüge dieser Art eine spezielle Ausrüstung dabei haben sollte (Helm und wasserdichter Overall)!

Trotz der Tatsache, dass alle ziemlich schmutzig wieder aus der Höhle herauskommen, sind die Fledermaus-Freunde sehr zufrieden: Diese Höhle hat für ihren Aufenthalt die meisten Fledermäuse ergeben – 55 Große Hufeisennasen und ein Balkan-Langohr. Der weite Weg und der doch recht mühselige Abstieg zur Höhle haben sich gelohnt!

zum Weiterlesen:

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