Die Entstehung des mediterranen Klimas

Das Mittelmeerklima hat sich erst nach den Eiszeiten herausgebildet. Es tritt am Rande des subtropischen Hochdruckgürtels in Regionen zwischen etwa 30 und 40° Breite vor den Westküsten der Kontinente auf und ist gekoppelt an die Existenz kühler Meeresströme vor den Küsten, die erstens für eine große Stabilität der Wetterlage im Sommer sorgen und zweitens eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit bedingen, da die mit den Luftströmungen über das Festland gelangende kühle Meeresluft sich deutlich erwärmt, so dass sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann und sich deshalb beim Aufsteigen über dem Land nicht abregnet wie dieses im Einflussbereich warmer Meeresgebiete der Fall ist.

Im Mittelmeerraum wird das einheitlich trocken-warme Wetter im Sommer bedingt durch das sehr stabile Azorenhoch: Im Sommer verläuft der subtropische Hochdruckgürtel mit seinen stabilen, trockenen Wetterbedingungen über dem Mittelmeergebiet. Im Gebiet der Ägäis weht im Sommer fast ständig ein recht starker Nordwind, der meltemi, der durch die Lage zwischen dem Azorenhoch und einem starken Monsuntiefdruckgebiet über dem Persischen Golf entsteht. Anders betrachtet strömen trockene Luftmassen aus dem südrussischen Raum zwischen einem Hochdruckgebiet über dem Balkan und einem (Hitze-)Tief über Kleinasien herbei. Beim meltemi kann es sich um einen schwachen Wind handeln, der nachts abflaut, aber auch um sehr starke Winde von bis zu 8 Beaufort, die Tag und Nacht gleichmäßig wehen.

Im Winter ist das Wetter im Mittelmeergebiet weniger einheitlich. Dann wird das Azorenhoch schwächer und verlagert sich nach Süden (entsprechend dem südlicheren Stand der Sonne), ebenso wie die subtropische Front, das heißt die Grenze zwischen dem subtropischen Hochdruckgürtel und der Westwind-Zone der gemäßigten Breiten. Nun fällt das Mittelmeergebiet also an die gemäßigte Zone und Zyklone aus dem nördlichen Europa greifen darauf über. Über die Ägäis strömen unter Hochdruckeinfluss nun kalte, trockene Luftmassen mit Nordwinden aus dem Balkanraum ein, im Bereich von Tiefdruckgebieten dagegen warme, feuchte Luftmassen subtropischen Ursprungs mit Winden aus südlicher Richtung. Beim Durchzug eines Tiefdruckgebietes kommt es an den Grenzen zwischen diesen warmen und kalten Luftmassen, der Warm- und der Kaltfront, zu Niederschlägen.

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