Auf der Suche nach dem Zwergelefanten

Der Zwergelefant der Kykladen ist im Jahr 2014 von den Biogegrafen Giorgos Lyras und Alexandra van der Geer als eigene Art Palaeoloxodon lomolinoi beschrieben worden. Er ist nur nach sehr wenigen Skelettresten bekannt. So gibt es zwar Berichte über Fundstücke von mehreren Inseln der Kykladen (Naxos, Delos, Paros, Milos und Seriphos), aber nur ein einziges dieser Fundstücke, das von Naxos, ist bis heute erhalten und stand einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Verfügung. Es handelt sich um ein Kieferstück mit den zwei hinteren Backenzähnen, das südlich von Moutsoúna in einem Flusstal namens Trypití gefunden wurde. Dieser Zwergelefant ist erst letztes Jahr als eigene Art beschrieben worden. Er kam vermutlich auf allen Kykladeninseln vor, die wenigstens zeitweise während der Kaltzeiten des Pleistozäns miteinander verbunden waren: Sicher bildeten Naxos, die kleineren Nachbarinseln und Paros und Antiparos eine gemeinsame, große Insel, die vermutlich zeitweise auch mit Mykonos – Delos – Tinos – Andros verbunden war. Ungesichert ist die Verbindung nach Euböa und damit zum Festland; hier blieb vermutlich ein Meereskanal von 10 km zu überwinden, den Exemplare seines Vorfahrs, des Europäischen Waldelefanten, jedoch vermutlich ohne Schwierigkeiten überschwimmen konnten.


Auf der Suche nach dem Zwergelefanten: Mit Giorgos Lyras und Alexandra van der Geer in Trypití südlich von Moutsoúna im Oktober 2013.


Bei den rötlichen Sedimenten, die rechts im Bild zu sehen sind, handelt es sich um eiszeitliche Sedimente, die sich in Seen gebildet haben. Dieses sind die richtigen Ablagerungen für Überreste des Zwergelefanten. Leider konnten trotz gründlicher Suche keine weiteren Teile des Skeletts, von dem das Kieferstück stammt, gefunden werden.

Der Zwergelefant von Naxos erreichte ungefähr ein Zehntel der Masse seines Vorfahrs, des Europäischen Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus), der mit über 4 m Schulterhöhe und bis zu 11 Tonnen Gewicht eines der größten Rüssletiere überhaupt war. Damit ähnelte er in der Größe dem Zwergelefanten von Tilos (Schulterhöhe 1,4 m, Gewicht 650 kg). Deutlich größer waren die Elefanten von Kreta; kleiner die von Zypern (bis 250 kg) und Sizilien (P. falconeri).


das Fundstück aus Trypiti, nach dem der kykladische Zwergelefant beschrieben wurde (das Foto wurde mir freundlicherweise von Giorgos Lyras zur Verfügung gestellt)


verkleinert dargestelltes Exemplar von Palaeoloxodon lomolinoi mit Mark Lomolino, dem namengebenden Insel-Biogeografen (das Foto wurde mir freundlicherweise von Giorgos Lyras zur Verfügung gestellt)

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