Das Antike Thera

Nach der Minoischen Eruption (etwa 1.650 v. Chr.) war die Insel Santorin für mehrere Jahrhunderte unbewohnt. Erst um 1.200 v. Chr. entstanden wieder kleine Niederlassungen. Deren Hauptsiedlung, das Antike Thera auf dem 360 m hohen, steilen Mésa Bounó, wurde von Siedlern aus Sparta unter einem Anführer namens Theras gegründet. Es liegt geschützt auf einem in drei Richtungen steil zum Meer abfallenden Hügel, aber nah an zwei fruchtbaren Schwemmebenen (nördlich und südlich des Berges), die über gepflasterte Wege zu erreichen waren; am Rand der südlichen Ebene beim heutigen Períssa (früher Eleúsis) gab es einen Hafen, an dem Schiffe anlegen konnten.


Hier ist ein Teil eines wichtigen Heiligtums des Antiken Thera zu sehen: des Artemidoros, eines Priesters aus Perga in Pamphylien (Anatolien), der aufgrund eines Traumes nach Santorin kam und hier für sein bedeutendes Werk zweimal mit einem Olivenkranz geehrt wurde. Er erstellte diese in den Fels gehauenen Bilder:


des Zeus


des Apollon


des Poseidon


Ein Stück weiter beginnt die eigentliche Siedlung.


Die vasilikí stoá aus dem 3. Jhd. v. Chr. war das zentrale Verwaltungsgebäude der Stadt, in dem sich ein großer Teil des öffentlichen Lebens abspielte. Es handelte sich um ein beeindruckendes, langes, reich ausgestattetes Gebäude mit einer Reihe von zehn Säulen in der Mitte, die das Dach trugen.

Die Häuser in den Wohngebieten waren ein- oder zweistöckig, manchmal mit Keller, und besaßen einen kleinen zentralen Hof (Atrium), auf den die Fenster der Zimmer schauten, und unter dem der zum Haus gehörige Wassertank lag.


Die kleine quadratische Konstruktion im rechten Teil des Gebäudes stellte den inneren, offenen Teil des Atriums dar, dessen rundherum verlaufendes Dach von vier auf den Ecken aufgestellten Säulen getragen wurde. Das Regenwasser wurde nach innen zur Öffnung geleitet (impluvium), von wo aus es über eine Leitung zum unterirdischen Tank gelangte. Links und hinten liegen die verschiedenen Zimmer des Gebäudes; eine Steintreppe führte in den oberen Stock.


Das Theater mit 1500 Sitzen war offensichtlich nicht nur für die Bürger der Stadt ausgelegt, sondern auch für Besucher aus anderen Siedlungen der Insel oder sogar von anderen Inseln. Hinter der Bühne („Orchester“) sieht man die im römischen Stil angelegten Bühnengebäude; unter den Zuschauerrängen lag eine große Zisterne. Das Theater diente auch als Versammlungsort.

In der hellenistischen Zeit erlangte das Antike Thera eine überregionale Bedeutung als Haupthafen der Ptolemäer (griechische Herrscher Ägyptens). Viele Soldaten und einige Offiziere wurden hier stationiert.


Auf der windabgewandten Südseite des Hügels lagen die Wohngebiete der Offiziere. Der Blick ist beeindruckend: auf den Profitis Elias, den höchsten Berg der Insel…


…und die südliche Schwemmebene, die heute dicht besiedelt ist.


Hier liegt auch das von den Ptolemäern errichtete Heiligtum der ägyptischen Gottheiten mit in den Felsen hinein gearbeiteten Nischen für Abbilder der Götter und wohl zum darauf sitzen gedachten Steinstufen.


Das Heiligtum des Apollon wurde in byzantinischer Zeit in eine Kirche umgewandelt.

Die Jahrtausende alten Ruinen existieren in schöner Harmonie mit den Blumen der Gegenwart.

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