Delos, die heilige Insel des Apollon

Delos, die heilige Insel des Apollon, des Gottes des Lichts, der Kunst und der Harmonie, liegt etwa eine halbe Stunde mit der Schnellfähre von Naxos entfernt. Der Besucher kann die Ruinen des sehr bedeutenden antiken Apollon-Heiligtums sowie der hellenistischen und römischen Handelssiedlung besichtigen und den 112 Meter hohen, aus schönem Granit bestehenden Kynthos besteigen.


Die Überfahrt von Mykonos nach Delos dauert eine halbe Stunde. Hier sieht man die Insel mit dem Museumsgebäude und dem Berg Kynthos im Hintergrund.


Vom Apollon-Heiligtum mit seinen vielen Tempeln, Altären, Schatzhäusern, Statuen und Weihegeschenken ist heute nicht viel mehr erhalten als die Fundamente und einige Säulen.


In der archaischen Epoche hatten die Naxier den größten Einfluss im Heiligtum und errichteten mehrere große Gebäude und Monumente. Hier der Oikos der Naxier, ein großes, tempelartiges Gebäude, das im 7. Jhd. v. Chr. errichtet und dem Apollon geweiht wurde. Seine Wände waren aus lokalem Granit, während die hier links im Bild zu sehende Vorhalle und die Säulen aus Marmor bestanden.


Hier das Artemision, der Tempel der Artemis mit vielen Säulenresten und zwei Bruchstücken der berühmten Apollon-Statue der Naxier.


Die Apollon-Statue war neun Meter hoch und besaß Haare und einen Gürtel aus Bronze. Die heute erhaltenen Reste der Statue sind recht kümmerlich und vermitteln uns kaum einen Eindruck von ihrer ehemaligen Größe.


Entlang einer auf den Tempelbereich zuführenden Allee hatten die Naxier mindestens neun große Marmorlöwen aufgestellt. Heute stehen die wenigen erhaltenen Löwen an einem neuen Standort nördlich des Tempelbereichs.


In der Nähe des Heiligtums befand sich ein heute trocken gelegter runder See, der Heilige See, an dem Leto, an eine Palme gelehnt, ihre Kinder Apollon und Artemis geboren hatte, und der als Nabel der Welt betrachtet wurde. Noch heute wächst hier ein Palmbaum, fast der einzige Baum der Insel.


Um das Heiligtum herum lagen Wohngebiete und Handelskomplexe, die vor allem in hellenistischer und römischer Zeit errichtet wurden. Hier ein großes, vornehmes Wohnhaus am Hang des Kynthos.


Wegen des regen Handels ließen sich auf Delos auch zahlreiche Ausländer nieder, die je ihre Kultur und Religion mitbrachten. Am Hang des Kynthos wurde um 180 v. Chr. ein Serapeion mit einem kleinen Isis-Tempel gegründet.


Beim Aufstieg auf den Kynthos kommt man durch eine überaus schöne Granitlandschaft.


Auf der Spitze des Kynthos lag ein Heiligtum des Zeus und der Athene.


Auf dem Gipfel mit seiner beeindruckenden Granitlandschaft und den herumliegenden Marmorsteinen der Tempel und Gebäude herrscht eine ganz besondere Stimmung. In der Ferne sieht man Naxos.


Auf dem Gipfel befinden sich außerdem die Überreste einfacher gebauter, wohl älterer Häuser. Man hat hier Überreste kykladischer Rundhütten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gefunden, aber es ist leider nicht erkenntlich, ob es sich bei diesem Häuschen um ein Gebäude aus der kykladischen Zeit handelt.


In den Felsen entdecken wir auffällige, nach Osten schauende Einmuldungen, die zumindest teilweise definitiv künstlich aussehen. Ob es sich um alte Kultstellen handelt?


Auf dem Rückweg sehen wir am Hang des Kynthos das Herakles-Heiligtum aus hellenistischer Zeit, das in einer natürlichen Felsspalte liegt, die mit zwei schräg gestellten Granitplatten überdeckt ist.


Westlich des Kynthos liegen weitere vornehme und gut erhaltene Wohnhauskomplexe wie hier das „Haus der Masken“ aus dem 2. Jhd. v. Chr. Seine Räume sind mit bemerkenswerten Mosaikfußböden ausgestattet. In einem Raum sind Schauspielermasken dargestellt, daher der Name.


Hier eins der Mosaike mit einer Darstellung des auf einem Leoparden reitenden Dionysos.


Im 3. Jhd. v. Chr. wurde auf Delos ein Theater errichtet. Hier der Blick über die Bühne und die Reste der Bühnengebäude auf den Zuschauerraum.


In allen Wohngebieten gibt es zahlreiche Brunnen und Zisternen, hier die Theater-Zisterne, eine der größten Zisternen der Insel.


Beim Theater liegt das sogenannte Theaterviertel, ein großes und reiches Wohnviertel aus hellenistischer Zeit. Die Häuser sind teilweise zweistöckig und meist sorgfältig aus Gneis gemauert.


In den Ruinen leben viele Hardune; sie besitzen hier einen fast schwarzen Körper und einen auffallend gelben Kopf.

Das waren nun schon eine ganze Menge an Fotografien, aber ich glaube, dass es sich trotzdem lohnt, den vollständigen Beitrag durchzulesen.

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