Das antike Kuppelgrab bei Komiaki

Es gibt auf Naxos nur verhältnismäßig wenige Zeugnisse aus der mykenischen Epoche (ca. 1.700 bis 1.150 v. Chr.). Eines davon ist das mykenische Kuppelgrab bei Komiakí, eines von nur drei bislang auf den Kykladen entdeckten Kuppelgräbern.

Kuppelgräber sind in Griechenland für die mykenische Epoche typisch; auf den Kykladen hat man jedoch bislang nur sehr wenige Kuppelgräber gefunden. Es handelt sich um oft recht große, gemauerte Bauwerke aus einer runden Kammer mit einer Kuppel und einem zu dieser Kammer führenden geraden Gang. Die Kuppelwölbung entsteht dadurch, dass nach oben hin die Steine immer weiter nach innen vorkragen („falsche Kuppel“). Die Gräber waren von einem großen Erd- oder Steinhaufen bedeckt. Kuppelgräber wurden nur für bedeutende Fürsten angelegt (die mykenischen Gesellschaften waren aristokratisch).

Das naxiotische Kuppelgrab liegt nah beim Dorf Komiakí im Norden von Naxos in einem der fruchtbarsten und grünsten Hochtäler der Insel. Es gehört mit 3,3 m innerem Durchmesser und 2,4 m Höhe zu den kleinen Kuppelgräbern. Es ist sicher, dass auch im naxiotischen Kuppelgrab ein Fürst bestattet war. Leider können wir nicht mehr viel darüber erfahren: Das Grab war, als es im Jahr 1908 durch einen Bauern entdeckt wurde, schon völlig ausgeräubert, vermutlich schon seit der Antike.


Blick auf das Dorf Komiakí im Norden von Naxos; das mykenische Kuppelgrab liegt ganz am rechten Bildrand neben dem Dorf.


Das Kuppelgrab liegt unter den im Vordergrund sichtbaren Bäumen. Bei der Ausgrabung ergaben sich außer wenigen Bruchstücken unverzierter Keramik keinerlei Funde: Das Grab war vermutlich schon in Antike ausgeraubt worden.


Kuppelgräber bestehen aus einer kuppelförmig gemauerten, mit einem Erd- oder Steinhügel überdeckten Grabkammer und einem auf diese zuführenden Gang. Hier sieht man den etwa 3 m langen Gang entlang in die Grabkammer.


Blick in die Grabkammer; man sieht den großen Stein, der den Eingang überdacht; er besitzt eine Länge von 1,5 m. Der nach Osten gerichtete Eingang war nur 1,15 m hoch.


Das Grab ist aus vor Ort anstehenden, unbearbeiteten Schiefersteinen mittlerer Größe errichtet, die nach oben hin zur Mitte hin vorragen, so dass sich die Mauern nach innen neigen.

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