Die antike Wasserleitung von Melanes zur Chora

Die Gegend der Chora ist seit der neolithischen Periode besiedelt, das heißt seit über 5.000 Jahren. Während der Bronzezeit und in der Antike lag eine bedeutende Siedlung im Bereich der heutigen Stadt, von der zahlreiche Überreste in Ausgrabungen gefunden wurden. In der archaischen Periode wurde zur Deckung des Wasserbedarfs der Bewohner eine Wasserleitung von den Quellen bei Flerió in der Nähe des Dorfes Mélanes zur Chora gebaut. Überreste dieser Wasserleitung sind an mehreren Stellen entlang der Straße von der Chora zum Koúros von Mélanes zu besichtigen. Die Wasserleitung war vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis ins 8. Jahrh. n. Chr. in Benutzung. Während der römischen Periode wurde die alte, aus Tonröhren bestehende Wasserleitung durch einen offenen Kanal ersetzt. Die Wasserleitung beginnt auf etwa 200 Metern Meereshöhe und hat eine Länge von 11 Kilometern.


Die Quellen von Flerió liegen ganz in der Nähe des Kouros von Mélanes. Noch heute fließt hier das ganze Jahr über reichlich Wasser und das Tal ist von hohen Platanen bestanden.


Entlang der Straße nach Kourounochóri ist an mehreren Stellen ein Stück der antiken Wasserleitung zu sehen; oberhalb der Tonröhren-Leitung sind Spuren des offenen Kanals zu erkennen, durch den die Wasserleitung in römischer Zeit ersetzt wurde.


Die Wasserleitung besteht aus sorgfältig ineinander gefügten, genau gleich großen Tonröhren.


Die Wasserleitung führte kurz hinter den Quellen durch einen 220 m langen Tunnel in das nördlich gelegene Tal. Im Bild sieht man die überdachte Ausgrabungsstätte des Tunneleingangs mit dem Pass im Hintergrund.


In der Nähe der Straßenabzweigung nach Mélanes wurde ein kleines Tal durch ein Aquädukt überwunden, das eine Höhe von etwa anderthalb Metern hatte. In römischer Zeit wurde die nun durch Kalkablagerungen verstopfte archaische Leitung aus Tonröhren durch eine gemauerte, offene Wasserleitung ersetzt, die oberhalb der ursprünglichen Leitung verlief.

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