Der hellenistische Turm von Chimarrou

Südlich von Filóti, an der Straße nach Kalandós, ist ein interessanter antiker Wehrturm aus der hellenistischen Zeit (etwa 3. Jhd. v. Chr.) zu besichtigen. Er liegt in 340 m Höhe auf den niedrigen Hügeln südwestlich des Zeus-Berges, in einer im Sommer trocken und öde wirkenden, leicht hügeligen Landschaft, die im Frühjahr jedoch von dichtem Grün überzogen ist.


Der Turm von Chimárrou liegt auf einer unbedeutenden Anhöhe inmitten höherer Hügel.

Der Turm von Chimárrou ist ein Rundturm wie auch die meisten anderen hellenistischen Türme der Kykladen. Sein innerer Durchmesser beträgt 7,2 Meter. Die Mauern sind etwa einen Meter dick. Nach oben hin wird der Turm ein wenig dünner. Er ist bis zu einer Höhe von 15 Metern erhalten (etwa 40 Steinreihen von 30 bis 50 cm Höhe). Ursprünglich hat er wahrscheinlich fünf Stockwerke besessen, von denen das oberste und etwa die Hälfte des darunterliegenden eingestürzt sind, vermutlich vor allem durch Blitzschlag.


Heute ist der Turm zum Zweck seiner Restaurierung in ein Gerüst gehüllt und von innen nicht mehr zugänglich.


Die Wände des Turmes sind sehr sorgfältig ohne Mörtel gemauert. Ober- und Unterseite der Steine sind exakt geglättet; die Außenseite ist nur grob behauen.


Im Turm führt eine Wendeltreppe aus großen, aus der Wand ragenden Steinstufen nach oben.


Die einzige bei Angriffen gefährdete Stelle des Turmes war sein Eingang.


Oberhalb der Tür liegt das einzige Fenster des Turmes, das als Verteidigungsluke für den Eingang diente.


Der Turm von Chimárrou ist von einem etwa 40 mal 40 Meter großen, viereckigen Hof mit mehreren Schutzwällen umgeben.


Innerhalb des Hofes liegt eine kleine Ansiedlung. In einem der Häuser sind Überreste einer antiken Ölpresse erhalten.


Neben dem Turm liegen zwei kleine Kirchlein, an deren Stelle früher eine größere byzantinische Basilika gestanden haben soll.

Die Architektur des Turmes war genau den Bedürfnissen seiner Erbauer angemessen: Sicher handelte es sich nicht um ein reines Wehr- oder Wachtgebäude. Der Turm diente als Wohn- und Arbeitsgebäude für ein ländliches Gehöft, das außerdem effektiv zum Abwehren beispielsweise eines Piratenangriffs ausgerüstet war.

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