Gute Nachrichten von den Gänsegeiern

Manchmal gibt es doch noch gute Nachrichten. So das Ergebnis der Zählung der Gänsegeier auf Naxos, die am 1. 12. von Mitgliedern der Griechischen Ornithologischen Gesellschaft und anderen Ornithologen durchgeführt wurde. Das Vorkommen der Gänsegeier auf Naxos, einer doch relativ kleinen Insel, ist sehr bemerkenswert. Es ist erstaunlich, dass sich eine ausreichend große Population halten kann, obwohl das Nahrungsangebot (tote Ziegen, Schafe, Esel usw) doch ziemlich begrenzt sein muss. Noch merkwürdiger ist die Tatsache, dass die Geier in den letzten Jahren nicht mehr auf Naxos selbst brüten, sondern auf der kleinen Nachbarinsel Herakleia, auf der es eine große, ungestörte Steilwand gibt, und von der die Geier jeden Tag nach Naxos herübergeflogen kommen.


Gänsegeier auf dem Fanári

Der beste Ort, um die Gänsegeier auf Naxos zu beobachten und auch zu zählen, ist der Pass bei Ágios Trífonas am südlichen Ende des Zeus-Berges südlich von Filóti. Hier kommen die Geier morgens vorbei und fliegen abends wieder zurück, wobei sie sich oft auch niederlassen; in der Nähe werden die Fleischereiabfälle aus Filóti für die Geier ausgelegt. Die Zählung der Gänsegeier fand abends gleichzeitig bei Ágios Trífonas auf Naxos und auf Herakleia statt, um alle Vögel erfassen zu können. Das Ergebnis war überraschend – die höchste Zahl in den letzten 20 Jahren: 37 Vögel auf Naxos und 10 auf Herakleia. Der Bestand der Gänsegeier scheint somit trotz der Kleinheit der Population und der geringen Vermehrungsrate stabil zu sein.


Der Gipfel des Zeus ist einer der besten Plätze um die Gänsegeier von Naxos zu beobachten. Hier der Blick Richtung Süden, zum Pass von Ágios Trífonas und in Richtung der Nachbarinsel Herakleia.


Bei Ágios Trífonas kann man die Geier oft auch sitzen sehen. Foto von Winfried Scharlau

Der Schutz der Geier in Gegenden wie Naxos ist nicht ganz einfach, da er nur in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, insbesondere den Hirten, funktionieren kann. Die Geier sind zwar für die Hirten nützlich, da sie tote Tiere beseitigen, aber das muss den Hirten auch erst mal klar gemacht werden. Außerdem sind Geier durch vergiftetes Fleisch gefährdet, das von den Hirten gegen die Raben ausgelegt wird. Glücklicherweise scheint diese Methode nicht mehr viel angewandt zu werden. Immer mehr auch der Anwohner interessieren sich für die Tierwelt der Insel und sind bereit, ihren Beitrag zu ihrem Schutz zu leisten. Ende September wurde ein junger Geier bei Santorin von einem Ausflugsboot aus dem Meer gefischt, im Zentrum für die Pflege von Wildtieren „Alkyoni“ auf Paros wieder aufgepäppelt und dann erfolgreich auf Naxos wieder freigelassen.


Gänsegeier, Foto von Winfried Scharlau

Ein kurzer Bericht über die Zählung und die Auswilderung (auf griechisch) ist auf der Facebook-Seite Birds of Naxos zu finden.

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