Insekten

Die Insekten gehören zu den allgemein nicht besonders beliebten Tieren; sie werden von den meisten Menschen hauptsächlich als lästig empfunden. Insekten sind jedoch nicht nur sehr interessant, schön und überhaupt faszinierend, sie stellen ohne Zweifel auch die erfolgreichste Tierklasse dar. Sie zeigen nicht nur die größte Artenzahl, sondern erreichen auch bei manchen Arten die höchsten Individuenzahlen aller Tiere, so vor allem die Ameisen. Außer in den Ozeanen kommen sie in allen Lebensräumen der Erde vor und haben sich an eine schier unendliche Vielfalt spezieller Umweltbedingungen und Lebensweisen angepasst. Zahlreiche Arten leben nur auf einer einzigen Pflanzenart; in den tropischen Regenwäldern rechnet man mit bis zu 600 spezialisierten Insektenarten pro Baumart. Außer durch die ökologische Spezialisierung, d.h. die Anpassung an eine bestimmte Lebensweise oder einen bestimmten Lebensraum, haben sich manche Insektenarten auch durch geographische Isolierung gebildet, so bei den Höhlenschrecken, die sich in voneinander isolierten Höhlengebieten über die Jahrtausende in unterschiedliche Arten aufgespalten haben. Bislang sind fast eine Million Insektenarten beschrieben worden, aber die tatsächliche Artenzahl liegt vermutlich um ein Vielfaches höher.

Im Angesicht des beunruhigenden Insektensterbens, dass sich in Mitteleuropa und vermutlich tatsächlich weltweit abspielt, ist es höchste Zeit, dass wir dieser faszinierenden Tierklasse unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden und die Bedeutung dieser Mitbewohner unseres Planeten voll würdigen. In der Hoffnung, die Insekten meinen Lesern ein wenig näherzubringen, habe ich diese einführende Seite zusammengestellt, von der man zu den Seiten über die bislang hier bearbeiteten Insektenfamilien gelangt.


Die Stubenfliege gehört zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten Tieren der Erde. Sie kommt mit einem weiten Spektrum an Umweltbedingungen zurecht und hat sich auch an die durch den Menschen geschaffenen Habitate angepasst.


Die Rüsselkäfer sind vermutlich die artenreichste Tierfamilie überhaupt. Ein Großteil der Rüsselkäferarten hat sich je an eine einzige Pflanzenart angepasst, so der hier abgebildete Brachycerus barbarus, der aussschließlich an der (im Hintergrund zu sehenden) Meerzwiebel (Urginea maritima) lebt.


Zu den Insekten mit einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet gehört die auf Naxos endemische Höhlenschrecke Dolichopoda naxia.

Die Insekten gehören gemeinsam mit den Spinnen, den Krebstieren, den Tausendfüßlern und den (ausgestorbenen) Trilobiten zu den Gliederfüßern, deren Extremitäten (Beine, Fühler, Taster, Mundwerkzeuge…) wie der Name sagt gegliedert sind. Der Körper der Gliederfüßer besteht aus zahlreichen Segmenten, die ursprünglich alle gleich aufgebaut waren – wie noch bei den Tausendfüßlern -, die aber bei den meisten heutigen Angehörigen dieser Gruppe deutlich unterschiedlich gestaltet sind, wenn auch einige Körperteile und inneren Organe immer noch segmentiert vorliegen.

Bei den Insekten kann man drei Körperabschnitte klar unterscheiden, den Kopf, die Brust (Thorax) und den Hinterleib. Von den ausgeprägten Körpereinschnitten stammt auch der Name „Insekt“, der sich vom lateinischen Wort insectum = eingeschnitten ableitet, was wiederum eine Übersetzung des griechischen Wortes für Insekt, entomon, ist.


An dieser Frühen Heidelibelle kann man gut den dreiteiligen Aufbau des Insektenkörpers sehen, der aus dem Kopf mit den großen Facettenaugen, der dicken Brust mit den drei Beinpaaren und den zwei Flügelpaaren und dem bei den Libellen schlanken und langgestreckten Hinterleib besteht.


Der Kopf einer Mannazikade von oben. Man sieht die kurzen, dünnen Fühler, die weit außen stehenden Komplexaugen und die oberen zwei Stirnocellen (Punktaugen).


Von unten sieht man den langen, dünnen, an den Bauch gelegten Rüssel, mit dem die Mannazikade die Leitbahnen der Bäume anbohrt und den Saft heraussaugt. Die Mannazikade besitzt also saugend-stechende Mundwerkzeuge.


Der lange Saugrüssel der Schmetterlinge hat sich aus den Maxillen gebildet. An diesem Grünen Zipfelfalter sind auch die charakteristischen langen Fühler der Schmetterlinge gut zu sehen.


An dieser Östlichen Weidenjungfer ist gut der Thorax mit seinen drei Bein- und zwei Flügelpaaren zu erkennen.


Der Violette Ölkäfer gehört zu den flugunfähigen Insekten. Seine Flügeldecken sind stark verkürzt, während die Hinterflügel völlig zurückgebildet sind.


Bei den meisten Insekten dient der am Hinterleibsende sitzende Stachel nicht der Abwehr, sondern ist ein Legestachel. Die Larven der Schlupfwespen, hier der Gattung Netelia, leben parasitisch an Insekten oder Insektenlarven. Mit dem langen, dünnen Legestachel legt die Schlupfwespe das Ei direkt an oder in das Wirtstier, auch wenn sie dazu in Blätter, Stengel oder sogar Holz bohren muss.

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